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Kennerspiel des Jahres7 Wonders

von Antoine Bauza

Repos Production (Redaktion: Cédrick Caumont, Thomas Provoost, Vertrieb: Asmodee)

ca. 55 €

6 von 6 Punktengames we play Tip: Das TOPspielgames we play: Das Spiel des Jahrzehnts3 bis 7 SpielerInnen

Schwierigkeit einfach (ab ca. 10 Jahre)

überarbeitete Neuausgabe 2021

» ORIGINALAUSGABE

Kennerspiel des Jahres 2011

Deutscher Spiele Preis 2011

7 Wonders ist ein brillantes und innovatives Kartenspiel von einem französischem Autor, der sich mit einem belgischen Verlag zusammengetan hat. Jeder Spieler bekommt sieben Spielkarten auf die Hand. Alle suchen sich gleichzeitig eine Karte aus, geben die restlichen Handkarten an den Spieler links weiter und führen die Aktion der ausgespielten Karte aus. Das passiert nun noch fünf mal, und die letzte Karte landet unbenutzt auf dem Ablagestapel. Dieser Rundenablauf wird mit anderen Spielkarten zwei Mal wiederholt – dann wird der Sieger ermittel.

Der Kartenspielmechanismus des synchronen Aussuchens, Weitergebens und Ausführens – so genanntes Drafting – ist ein wichtiger Teil des Erfolgs von 7 Wonders. Er ist eingängig, einfach und flott. Aber zum Erfolg gehört mehr – nämlich eine stimmige Rundumgeschichte mit passender spielerischer Einbettung, was hier zweifelsohne gelingt. Jeder Spieler hat ein anderes Tableau, auf dem ein Weltwunder abgebildet ist, das es zu errichten gilt. Spielkarten gibt es in verschiedenen Farben, am Anfang sind die braunen Rohstoffkarten besonders beliebt. Denn ohne Rohstoffe kann man viele andere Karten nicht „bauen“. Immerhin gibt es die Möglichkeit, sich auch beim rechten oder linken Nachbarn zu bedienen, was jedoch zwei Geld pro Ressource kostet.

Die Interaktion in 7 Wonders beschränkt sich auf die unmittelbaren Nebenleute. Was haben die für Rohstoffe? Wie viel rote Militärkarten haben sie aufgefahren? Außerdem muss ich gucken, welche Taktik mein linker Nachbar fährt, bevor ich den Kartenstapel weitergebe.

Ansonsten spielt man bei 7 Wonders eher für sich allein. Jeder versucht, sein Tableau zu optimieren, in dem er sich gut ergänzende Karten ausgelegt. Gleichzeitig muss jeder selbst für die Einhaltung der Regeln sorgen, wenn man 7 Wonders flott und locker in einer halben Stunden runterspielen will. Immerhin sind die Regeln überaus eingängig – wenn man erst einmal eine Partie hinter sich hat.

Die Schlusswertung nimmt etwas Zeit in Anspruch, wenn auf dem beigelegten Block die Punktewertungen addiert werden. Schneller geht es, wenn jeder seine Punkte selbst ausrechnet.

Genial an 7 Wonders ist die Variabilität der Spielerzahl. Drei bis sieben Leute haben ihren Spaß. Und immer geht die Partie ungefähr genauso schnell über die Bühne – dem synchronen Agieren sei dank. Zu dritt ist das Spiel taktischer – dann kann darauf spekulieren, die Karte in einem Stapel später noch mal zur Auswahl zu bekommen. Im Siebener-Spiel ist das ausgeschlossen. Hier überwiegt die Freude daran, dass man ein außergewöhnliches Spiel in einer großen Runde genießen kann.

© · games we play 2011–20



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