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Barracuda

nett: 4 PunkteSchlau investieren – kühl verhandeln

von Christoph Cantzler

Drei Hasen in der Abendsonne

ca. 22 €

2 bis 5 SpielerInnen

Schwierigkeiteinfach (ab ca. 10 Jahre)

2017

Die teuerste Bar ist gar nicht die Beste. Denn wenn „6000“ auf der angesagten Club-Location steht, bedeutet das die Höhe der monatlichen Pacht. Also ist es viel besser, eine 3000er Bar zu besitzen. Mag sein, dass die weniger hip ist, aber der Geldbeutel dankt es.

Das Spielprinzip ist einfach. Wer an der Reihe ist, kann sich für eine von maximal vier Möglichkeiten entscheiden. Er eröffnet eine neue Bar (wenn es noch geschlossene Barkarten auf dem Tisch gibt). Es kann eine seiner Lokale versteigern (falls er mindestens drei beisitzt). Oder er kauft sich in eine Bar als Partner ein oder übernimmt eine komplette gegnerische Bar. Dafür muss er dem Betroffenen Geld anbieten, der dieses entweder annimmt oder ablehnt. Bei einem Nein muss er allerdings die gleiche Summe obendrauf legen und diese Geldsumme bekommt derjenige, der den feindlichen Übernahmeversuch unternommen hat. Bei dem gescheiterten Versuch, als Partner in den Gastrobetrieb einzusteigen, landet alles Geld in der Bank.

Auch die jährliche Pacht geht in die Bank, und da bleibt sie auch. Spielende ist meistens dann, wenn einer der Spieler pleite ist. Und das kommt unweigerlich, weil die Bank dem Spiel ständig Geld entzieht. Und das ist die spannende Seite an Barracuda. Wann trifft es den ersten? Da die Spieler ihre Geldvorräte geheim halten, kann dies durchaus überraschend kommen. Aber meistens hat man eine Ahnung, wen es treffen wird. Entscheidend kann die Spielreihenfolge sein, die in jeder Runde neu ausgelost wird. Deswegen kann man Geld dafür bieten, später an der Reihe zu sein. Wissend, dass man kein Geld auf der Hand hat, hofft man, doch noch Einnahmen zu haben, um die Pacht begleichen zu können. Allerdings ist dies ein wenig überzeugendes Regeldetail. Warum soll derjenige viel Geld bieten, der kaum noch etwas hat?

Barracuda leidet an ein paar Hakeligkeiten in Regelwerk. Gar nicht nachvollziehbar ist es, dass die Spieler unterschiedliche Startbedingungen haben. Wer Glück hat, beginnt mit einer niedrigen Pachtlast, mit Pech muss man eine hohe Pacht finanzieren. Dass so viele Geldscheine mit dem Wert 0 im Spiel sind, die selten gebraucht werden, erschwert das Verständnis. Wenn die Regeln etwas straffer gestaltet wären, sie zudem verkürzt auf Übersichtskärtchen für die Spieler passen würden, wäre es ein wirklich empfehlenswertes Spiel mit leichtem Einstieg. Leider ist dies aber nicht gelungen, aber es bleibt immerhin auch so ein positives Fazit. Barracuda ist sehr spannend, originell und interaktiv.

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