games we play

Spiel des JahresCamel up

von Steffen Bogen

Eggertspiele / Pegasus Spiele

Illustration: Chris Quilliams

ca. 40 € 

5 von 6 Punktengames we play Tip: Das TOPspiel3 bis 8 SpielerInnen

Schwierigkeitsehr einfach (ab ca. 8 Jahre)

überarbeitete Neuausgabe 2019

» ORIGINALAUSGABE

Spiel des Jahres 2014

5. Platz Deutscher Spiele Preis 2014

Fünf Kamele rennen im Kreis und das klügste Trampeltier gewinnt. Meistens jedenfalls. Denn wer sich von den anderen durch die Gegend tragen lässt, bekommt einen Schlauheitsbonus und wird im Zweifel zum Camel-up-Sieger erklärt.

Das war bei der Rüsselbande, einem Kinderspiel-Klassiker von Alex Randolph, noch anders. Die damaligen Spielfiguren waren ganz ähnlich. Nur dass es Schweine waren, die ein Wettrennen veranstalteten und sich ebenfalls huckepack trugen oder tragen ließen. Aber: Schweine sind solidarisch. Für Randolph war klar, dass alle gemeinsam zum Gewinner erklärt werden, wenn sie als Tierstapel das Ziel erreichten.

Und wo sind die Unterschiede zwischen dem damaligen Kinder- und dem heutigen Erwachsenenspiel? Für die Kinder war klar, welches Rennschwein sie unterstützten. Sie hatten einen Farbchip vor sich liegen, der anzeigte, welches Tier aus ihrem Stall kam. Die Erwachsenen sind wankelmütig und möchten sich nicht festlegen. Sie wetten auf ihren Kamelfavoriten. Und der kann schnell wechseln, manchmal sogar innerhalb derselben Etappe. Ich greife mir schnell die Fünf-Pfund-Karte, um auf gelb zu setzten. Und in der nächsten Runde sehe ich, dass ich doch besser auf grün wetten sollte. Ganz ähnlich kann ich für die davon getrennt betrachteten Schlusswertung, wenn nach ungefähr vier, fünf Etappen eins der Kamele die Ziellinie überquert, meine Tipps abgeben. Hier wird mit verdeckten Karten gewettet – wer am schnellsten richtig tippt, gewinnt acht Pfund. Wer falsch liegt, verliert ein Pfund.

Soll ich lieber wetten, einen Chip auf den Weg zu legen, um die Tiere einen Schritt zu beschleunigen beziehungsweise zu bremsen, oder den seltsamen Würfelbecher umdrehen? Dafür muss ich mich entscheiden, wenn ich an der Reihe bin. Gewürfelt wird mit einer Pyramide, die auf den Kopf gestellt wird. Dann drücke ich auf einen Schieber, und genau ein Würfel fällt heraus. Damit wird sichergestellt, dass in jeder Etappe jedes Trampeltier genau einmal nach vorne galoppiert. Wenn ich würfele, freut sich der nachfolgende Mitspieler für den Hinweis darauf, auf welches Kamel er wetten sollte.

Je mehr Leute mitmachen, desto mehr spielt das Glück eine Rolle. Und das macht hier richtig Spaß. Egal ob drei oder acht Personen mitmachen. Sogar zu zweit funktioniert es.

© · games we play 2014–20


games we play Spielebesprechungen seit 1991.
Keine Spieletests, sondern kritische Rezensionen aktueller Brettspiele, Kartenspiele und Gesellschaftsspiele.