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Dragon Castle

schön: 5 Punktevon Lorenzo Silva, Hjalmar Hach und Luca Ricci

Horrible Games
(Vertrieb: Asmodee, Redaktion: Sebastian Rapp, Sebastian Wenzlaff
)

Illustration: Cinyee Chiu

ca. 50 €

2 bis 4 SpielerInnen (am besten: 2 bis 3)

Schwierigkeit sehr einfach (ab ca. 8 Jahre)

Jahrgang 2018

Eigentlich ist Mah-Jongg ein an Rommé erinnerndes Spiel, das im 19. Jahrhundert entstanden ist und mit 144 ziegelförmigen Steinen gespielt wird. Doch viele Leute verbinden Maj-Jongg mit der in den Achtzigern entstandenen Computerversion des Spiels, die eigentlich nur die Spielsteine mit der traditionellen chinesischen Version gemeinsam hat. An dieses Mah-Jongg Solitaire knüpft jetzt Dragon Castle an. 116 Ziegel werden zunächst terrassenförmig in drei Etagen in der Tischmitte aufgebaut. Anschließend werden sie reihum abgetragen. Entweder man findet zwei freiliegende Steine, die identisch sind. Oder man nimmt sind nur einen Stein und bekommt dazu ein „Schrein“ genanntes Dach.

Das Interessante an dem Spiel ist aber nicht das Abtragen, sondern den Neuaufbau. Hier werden die Steine auf einem persönlichen Tableau zu Gruppen zusammengefügt. Wenn vier gleichfarbige Steine zusammenliegen, muss gewertet werden. Wer also größer bauen will, darf immer nur Dreier-Gruppen zusammenfügen – und dann den entscheidenden Schlussstein setzten. Hier müssen die Entscheidungen getroffen werden, die dem Spiel Spannung verleihen. Bekomme ich einen Stein in der richtigen Farbe, um eine Gruppe möglichst groß zu komplettieren? Oder spielen die Gegner gezielt gegen mich? Sie können sich weigern, die mir wichtigen Steine freizulegen. Und sie mir letztlich wegschnappen.

Zu zweit und zu dritt kommt Dragon Castle gut an. Zu viert endet es leider zu schnell und kann sich nicht richtig entfalten. Wer ein taktisch sehr einfaches und im Kern abstraktes Spiel sucht, wird hier fündig. Der Ablauf einer Partie ist an sich unspektakulär, auch wenn sie durch wechselnde Regelkärtchen jedesmal ein wenig modifiziert werden kann. Es ist das Material, nämlich die Mah-Jongg-Steine, das die Blicke auf sich zieht und durch seine Bekanntheit als virtuelles Spiel auch Leute an den Spieltisch holt, die es sonst nicht so mit Brettspielen haben. Die Steine liegen jedenfalls gut in der Hand, die aus Gummi gefertigten „Schreine“ gefallen mir hingegen nicht so gut. Auch diese bringen mir Siegpunkte, und zwar abhängig von der Höhe, in der ich sie platziere. Gewertete Steine drehe ich um und kann sie als Basis verwenden, um in die Höhe zu bauen.

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