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Ethnos

schön: 5 Punktevon Paolo Mori

CMOS / Asmodee / Spaghetti Western Games
(Redaktion: Fell Barros, Simon Blome u.a.)

Illustration: John Howe

ca. 40 €

2 bis 6 SpielerInnen (am besten: 3 bis 5)

Schwierigkeit einfach (ab ca. 10 Jahre)

Jahrgang 2018

Martialisch und düster ist Ethnos gestaltet, gnadenlose Kämpfe unter den Fantasyfiguren scheinen sich anzubahnen, eine komplette Insel droht zum Schlachtfeld zu werden. Und die Altersangabe „ab 14“ deutet darauf hin, dass hier nicht nur viel Blutvergießen unvermeidlich ist, sondern auch die Spielregel ein komplexer Brocken ist.

Doch nichts davon. Locker und leicht spielt sich Ethnos, manch ein Mitspieler glaubt sogar Anklänge an Rommé zu erkennen. Nur dass die auszulegenden Kartensets hier „Kampfverbände“ genannt werden. Die Altersangabe ist völlig daneben gegriffen, denn viel schwieriger als Rommé ist das Spiel nicht, aber deutlich raffinierter und mit einem bemerkenswerten Ärgerfaktor.

brettSPIEL | Altersverwirrung bei Ethnos und Majesty »

Man darf nämlich Runde für Runde immer eine weitere Karte ziehen – bis zum Maximum von 10 Karten. Spätestens dann muss man ausspielen, aber nur genau ein Set. Alle anderen Karten müssen weggelegt werden. Aber nicht auf einen Ablagestapel, sondern säuberlich ausgebreitet als Angebot für die Gegner.

Ein Kartenset besteht entweder aus farbgleichen oder aus namensgleichen Karten. Die Farbe der oberen Karte entscheidet, in welches Land auf dem Spielbrett ein Marker gelegt werden darf – dafür gibt es Punkte bei den Zwischen- und Schlusswertungen. Der Name der oben liegenden Karte legt fest, welche Sonderfunktion genutzt werden darf. Die „Geflügelten“ erlauben beispielsweise, die Kartenfarbe zu ignorieren und den Marke ein beliebiges Gebiet zu nehmen. Neben den „Geflügelten“ gibt es noch weitere elf unterschiedlich bezeichnete Karten. Die Erweiterung ist also schon dabei, denn benötigt werden pro Partie nur sechs Sorten. Gut ist es, die in der Anleitung empfohlene Einstiegskonstellation zu verwenden, mit Ausnahme des „Riesen“, der ein wenig zu kompliziert ist. Da verwende ich lieber das „Skelett“, welches als Joker fungiert.

Eine ausführliche Besprechung von Ethnos finden Sie im Magazin spielbox 1/2018.


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