games we play

Euphrat & Tigris

schön Kultur, Konflikt und Zivilisation in einem Brettspiel

von Rainer Knizia

FF / Heidelberger Spieleverlag

ca. 43 €

2 bis 4 SpielerInnen

Schwierigkeitmittel (ab ca. 12 Jahre)

Neuauflage 2015

AUSGABE PEGASUS 2007

ORIGINALAUSGABE HANS IM GLÜCK 1998

Deutscher Spiele Preis 1998

Auswahlliste Spiel des Jahres 1998

Euphrat & Tigris erschien 1998 erstmals bei Hans im Glück. Es erinnert an das zwei Jahre zuvor im gleichen Verlag erschienene El Grande. Und damit drängt sich gleichzeitig auch der Vergleich mit Klaus Teubers’ Löwenherz auf. Um es vorweg zu nehmen: El Grande und Löwenherz sind kommunikativer, Euphrat & Tigris ist taktischer.

Auf einer Landkarte ist zu Spielbeginn erstmal nichts außer ein Fluss und diverse Tempel zu sehen. Alle SpielerInnen besitzen Spielsteine in denselben vier unterschiedlichen Farben. Diese Spielsteine können neben die Tempel gesetzt werden, wodurch Königreiche aus einander angrenzenden Steinen und Plättchen entstehen. Wenn Plättchen in der Farbe eines Spielsteins an ein Königreich angelegt werden, kriegt der Besitzer dieses Steins einen Siegpunkt in der entsprechenden Farbe.

Ziel des Spiels ist es nicht, einfach nur Siegpunkte zu sammeln. Sondern die Punkte müssen möglichst ausgeglichen in allen vier Farben gesammelt werden, denn am Ende zählt nur die Farbe, von der die SpielerIn die wenigsten Punkte hat.

Euphrat & Tigris ist ein absolut perfektionistisch ausgearbeitetes Spiel. Jede der vier Farben – König, Priester, Bauer und Händler – hat seine spezifische Regelfunktion bei der Entwicklung der Zivilisationen im Zweistromland. Das Spiel ist eine Erlebnis und lohnt die zweistündige Spieldauer. Es ist allerdings ein sehr taktisches – und nicht besonders lebendiges – Spiel, das viele Denkpausen erfordert. Trotz der strategischen Anlage ist es meines Erachtens in erster Linie für drei oder vier Leute empfehlenswert, da die Spielanleitung keine Modifikationen für zwei Personen vorsieht.

© games we play – niederrhein magazin 1998–2015 · Autor: