games we play

Die Fürsten von Catan

super: 6 Punkte games we play Tip: Das TOPspiel von Klaus Teuber

Kosmos (Redaktion: Sebastian Rapp u.a.) (Lizenz: Catan)

ca. 16 €

2 SpielerInnen

Schwierigkeit mittel (ab ca. 12 Jahre)

überarbeitete Neuauflage 2011
(Originaltitel: Die Siedler von Catan
Das Kartenspiel für zwei Spieler
)

2. Platz Deutscher Spiele Preis 1997

Auswahlliste Spiel des Jahres 1997

Das Siedler-Kartenspiel für Zwei ist das beste Zwei-Personen-Spiel der neunziger Jahre. Es kommt im Spielspaß sogar den Siedlern von Catan nahe, obwohl es mit dem nur das Thema, nicht aber den Spielmechanismus gemein hat. Im Spielablauf ähnelt das Siedler-Kartenspiel einem Zwei-Personen-Sammelkartenspiel wir Magic.

Klaus Teuber fand, dass das Kartenspiel in die Jahre gekommen sei und hat nun eine grundlegend neu editierte Fassung herausgegeben. „Die Reform des Kartenspiels“ nennt er den umfangreichen Prozess, der entfernt an die Arbeitsmarktreformen erinnert. Die Auswirkungen sind allerdings nicht so groß – aber es gibt einen neuen Namen. Sozialhilfe heißt jetzt Hartz IV, und das Kartenspiel heißt Die Fürsten von Catan. Im Catanisms-Blog erläutert Teuber seien Reformideen. Immerhin wurde eine komplette Berufsgruppe zum Opfer der Reformen – die Ritter –, worüber Peter Gustav Bartschat ebenfalls in diesem Blog berichtet. Helden treten an die Stelle der Ritter.

Doch im Grundsätzlichen bleibt das Spiel das gleiche. Beide SpielerInnen beginnen mit je einer Straße und zwei daran angrenzenden Siedlungen. Über Eck werden die Landschaften an die Siedlungen gelegt, so dass jede Siedlung an vier Rohstoffquellen anliegt. Die Spielkarten sind quadratisch, damit die Landschaftskarten in alle vier Ausrichtungen gedreht („getappt“, sagt die Magic-SpielerIn) werden können. Dadurch wird angezeigt, wieviel Rohstoffe zur Verfügung stehen - null, eins, zwei oder drei.

Jeder Landschaftskarte ist eine Würfelzahl zugeordnet. Wer dran ist, muss würfeln. Jede Landschaft – auch die des Gegners – mit der gewürfelten Zahl gewinnt einen Rohstoff hinzu. Wenn ich die ausreichende Zahl Rohstoffe besitze, kann ich bauen. Ich kann Straßen, Siedlungen und Städte errichten. Oder ich spiele eine Karte von meiner Hand aus. Neben Aktionskarten habe ich Gebiets- und Stadtausbauten zur Verfügung, die ich an meine Siedlungen bzw. Städte anlegen kann. Einiges ist uns vom Brettspiel bekannt: Es gibt Karten, mit denen ich die Rohstoffproduktion einer Landschaft verdoppeln kann und Karten, mit denen ich im Verhältnis zwei zu eins Rohstoffe tauschen kann.

Mit einem „Einführungsspiel“ erleichtert die neue Fürsten-Anleitung den Einstieg ganz erheblich. Gleichzeitig bleibt die Spieltiefe erhalten, da drei Themensets dem Spiel beiliegen, die modular verwendet werden können. Auch 15 Jahre nach dem ersten Erscheinen der Zwei-Personen-Variante der Siedler bleibt die Begeisterung ungebrochen. Die Reformen haben sich gelohnt.

© games we play - niederrhein magazin 1997–2011 - Autor: Harald Schrapers