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Jäger und Sammler

schön: 5 Punktevon Reiner Knizia

Amigo

ca. 25 € 

3 bis 4 SpielerInnen

Schwierigkeiteinfach (ab ca. 10 Jahre)

Empfehlungsliste Spiel des Jahres 2010

112 Plättchen werden auf die steinzeitliche Insel verteilt, auf der wir uns mit unseren jeweils vier Spielfiguren bewegen. Wir hüpfen mit je zwei Bewegungspunkten von Plättchen zu Plättchen und sammeln dabei das jeweils verlassene ein. Unser einziges Ziel dabei: Siegpunkte, Siegpunkte, Siegpunkte.

Ist Jäger und Sammler ein „typischer Knizia“, so eine Art trockene mathematische Übung? Nein, auch wenn meine anfängliche Schilderung so aussieht. Denn Reiner Knizia hat es geschafft, einen Ablauf zu erfinden, der über das pure Addieren von Punktesummen hinausgeht. Wir suchen abkürzende Wege via Höhlenplättchen, sammeln Waffen zu Mammutjagd und werfen Vorratskisten ab, um unsere Startpositionen für die Wintersaison zu markieren. Triumphieren dürfen wir, wenn wir es schaffen, einen Inselteil so abzutrennen, dass er für die Gegner unerreichbar wird. Dort dürfen wir ganz in Ruhe und unbehelligt sämtliche Punkte abgrasen.

Wenn bis auf Wege und Höhlen alle Plättchen gesammelt sind, ist der Sommer zu Ende. Dann werden die 88 Winterplättchen auf die leeren Felder gelegt. Erneut beginnen wir, Plättchen mit Beeren, Knollen und Kräutern (1 bis 3 Punkte), wertvolle Güter mit ihrer kumulierenden Wertigkeit (1 bis 5 Punkte) und Mammuts (3 bis 8 Punkte) zu sammeln. Für letztere muss jeweils ein zuvor erhaltener Waffenchip abgegeben werden.

Bei Jäger und Sammler überwiegt das taktisch-strategische Können. Der Zufall wirkt in erster Linie bei Spielbeginn, wenn die Plättchen über die Landschaft verteilt werden. Der Startspieler wird sich dann vermutlich direkt in Richtung des fetten 7er-Mammuts aufmachen. Denn dieser garantiert ihm auch zu Beginn der Wintersaison die Starterrolle, wenn der Zufall erneut die Lage der Plättchen beeinflusst.

Trotz dieses leichten Ungleichgewichts, der in der Startspielerrolle steckt, haben Knizia und Amigo ein recht gutes Spiel erschaffen. Es ist einfach zu verstehen und bietet reichlich Tiefgang. Allerdings ist es nicht besonderes unterhaltsam, denn den abstrakten Kern kann das Steinzeit-Ambiente letztlich doch nicht vollständig überdecken.

© Harald Schrapers · games we play 2010