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Krass kariert

schön: 5 Punktevon Katja Stremmel

Amigo

ca. 8 €

3 bis 5 SpielerInnen

Schwierigkeit einfach (ab ca. 10 Jahre)

á la carte Kartenspielpreis 2018

Krass kariert ist ein Stichspiel, bei dem es zunächst ziemlich egal ist, wer einen Stich gewinnt. Der wird nämlich achtlos beiseitegeschoben. Es reicht, wenn ich bedienen kann. Passen darf ich nur zweimal. Wenn ich das dritte Mal nicht bedienen kann, habe ich verloren und bekomme einen Strafchip.

Korrekt bediene ich dann, wenn ich eine Karte mit einer höheren Zahl, eine Zweier-Straße, einen Zwilling, eine Dreier-Straße oder einen Drilling legen kann. Noch höhere Kombinationen sind nicht erlaubt – was leicht einzusehen ist, wenn man für einen vernünftigen Spielfluss sorgen möchte.

Es gibt 12 Zahlenkarten, die jeweils viermal vorkommen. Der ungewöhnliche Kniff besteht in einer Kartenhand, deren Reihenfolge nicht verändert werden darf. Im Gegensatz zu Bohnanza darf ich nicht nur die Karten ganz rechts verwenden, sondern auch aus der Mitte welche nehmen. Wenn irgendwo in der Hand drei 10er-Karten nebeneinanderstecken, kann ich einen recht hohen Drilling ausspielen. Am Anfang einer Runde werde ich also darauf achten, Karten so zu entfernen, dass anschließend hohe Kombinationen entstehen. Außerdem habe ich zwei Reservekarten vor mir liegen, von denen ich beim Passen je eine nehme und an die richtige Stelle in meiner Hand einsortiere. Außerdem gibt es noch die Sonderkarte „dreimal ziehen“. Wenn die sich in einem von mir gewonnenen Stich befindet, bekomme ich drei weitere Karten, die ich gerade am Anfang gut gebrauchen könnte. Am Ende einer Runde ist dies eher unpraktisch. Denn wenn niemand vorzeitig ausscheidet, verliere ich die Runde, wenn ich als einziger noch Karten auf der Hand habe. Weitere Sonderkarten sind die Joker sowie die „Stopp“-Karten, mit denen ich einen Stich sofort gewinne.

Das Spiel kennt keinen alleinigen Gewinner, sondern einen Gesamtverlierer. Schluss ist nämlich dann, wenn jemand drei oder viermal verloren hat (abhängig von der Spielerzahl). Eine Partie könnte bis zu 13 Runden dauern. Das ist, auch wenn Krass kariert ein gutes Spiel ist, deutlich zu lang. Sinnvoller wäre es meines Erachtens, eine feste Zahl an Runden zu spielen. Dann gäbe es womöglich keinen eindeutigen Verlierer, was aber nicht schlimm ist. Denn die von Karrierepoker bekannte Schadenfreude kombiniert mit der Raffinesse der starren Kartenhand, die ein Umstecken verbietet, bietet auf alle Fälle vergnügliche Runden.

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