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Lanzeloth

geht so: 3 Punktevon Michael Loth und Friederike Claas

Mogel

Illustration: Anna Oeldig, Meike Paczkowski

ca. 10 €

2 bis 6 SpielerInnen

Schwierigkeitsehr einfach (ab ca. 8 Jahre)

Jahrgang 2018

Der Ritter jedes Spielers besteht aus fünf verdeckten Spielkarten – Helm, Brustschutz, Lanze, Schild, Stiefel. Wir starten also ahnungslos in das Turnier, weil wir nicht wissen, wie hochwertig die eigene Ritterausstattung ist. Jede der fünf Spielkarten bietet zwischen null – nackt – und fünf – vergoldet – Punkten. Reihum zieht man eine Karte vom Stapel. Wenn sie viele Punkte bietet, tauscht man sie gegen eine vermeintlich schlechtere Ausrüstungskarte. Oder man wirft die Karte ab, und führt die darauf abgebildete Aktionsmöglichkeit aus: unter eigene oder fremde Karten schauen, Karten mit dem Gegner tauschen und so weiter. Nach und nach bekommt man immer mehr Informationen, die man sich gut merken sollte. Man durfte sich einige der verdeckten Karten selbst anschauen. Und man kann beobachten, wie die Mitspieler mit ihren Kenntnissen umgehen, Karten weggeben oder behalten. Der eingängige Lanzeloth-Mechanismus ist zwar nicht ganz neu, aber letztlich doch so unbekannt, dass er in vielen Spielerunden zunächst für Vergnügen sorgt.

Das Spiel hat aber ein gravierendes Problem: Das Ende muss immer von einem der Spieler aktiv ausgelöst werden. Doch das lohnt sich nur, wenn man sich wenigstens eine Eins-zu-Eins-Chance ausrechnet, zu gewinnen. Denn nur der Sieger bekommt Siegpokale, alle anderen Spieler verlieren sämtliche in der Runde errungenen Punkte und gehen leer aus. Derjenige, der für das Ende sorgt, wird zudem dadurch benachteiligt, dass er einmal aussetzen muss, bevor die Gegner die Runde wirklich beenden. Deswegen können die Runden insbesondere in größeren Gruppen endlos dauern: bis jemand aus Unwissen Schluss macht oder wider besseren Wissens, weil er einfach die Geduld verloren hat.

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