games we play

Las Vegas

5 von 6 PunktenRoyale

von Rüdiger Dorn

Alea Ravensburger (Redaktion: Stefan Brück, Vertrieb: Ravensburger)

Illustration: Antje Stephan, Claus Stephan

ca. 51 € 

2 bis 5 SpielerInnen (besser: 3 bis 5)

Schwierigkeitsehr einfach (ab ca. 8 Jahre)

überarbeitete Neuausgabe 2019

» NEUAUSGABE 2013

» ORIGINALAUSGABE VEGAS

nominiert für das Spiel des Jahres 2012

8. Platz Deutscher Spiele Preis 2012

„Alea“ heißt Würfel auf Latein. Diese Spielemarke des Ravensburger Verlages konzentriert sich mit Las Vegas auf dieses Kernversprechen. Wobei sich das als widersprüchlich darstellt. Denn Alea ist ein Projekt, das für besondere und anspruchsvollere Qualitätsspiele steht. Es ist eine Marke, mit denen Ravensburger demonstriert, nicht nur auf den Erfolg des Banalen zu schielen. Somit sind Würfel bei er Alea-Kernklientel nur dann hoch angesehen, wenn sie das Markenlogo zieren oder in komplexen Konstrukten wie den Burgen von Burgund vorkommen. Manchem Alea-Freund wird es gruseln, wenn er sieht, dass Las Vegas auf der neunstufigen Anspruchsskala mit „null“ eingestuft wird.

Doch alle, die es wagen, zuzugreifen, sind überaus angetan. Wie schafft es ein Spiel, mit derart kurzen Regeln soviel Überraschung aus dem klassischen Sechsseiter herauszuholen?

Der Spielablauf ist tatsächlich in zwei Sätzen erzählt. Man würfelt und entscheidet sich für eine der geworfenen Zahlen. Alle Würfel mit dieser Zahl werden auf das Casino mit der entsprechenden Nummer gelegt. Das war’s.

Und wie wird gewertet, wenn alle Spieler reihum ihre Würfel los geworden sind? Das ist eigentlich selbsterklärend. Wer die meisten Würfel in einem Casino hat, bekommt die daneben liegende Spielkarte mit der beeindruckend hohen Dollarsumme.

Jetzt fehlt noch ein Satz, der entscheidende: „Spieler mit gleich vielen Würfeln auf einem Casino gehen leer aus.“ Das sorgt für Emotionen. „Patt“ wird zum „Hass-Wort“ in Las Vegas. Denn gefühlt sind es immer die eigenen Würfel, die so blöd fallen, dass es am Ende wieder nur zum vernichtenden Unentschieden reicht. Und scheinbar sind es immer andere, die als lachende Dritte vom Ausscheiden des beiden Führenden profitieren.

Egal was man macht: Immer direkt große Würfelmengen einsetzen, oder nur ein oder zwei Würfel investieren, damit man später noch reagieren kann, wenn andere schon ausgeschieden sind – die Würfel sind teuflisch.

In der Royale genannten Neuausgabe wurde der Spielregel überarbeitet, leider aber nicht immer zum Vorteil des Spiels. Mit Jetons, die bereits in der Kennenlernregel vorgesehen sind, kann man „aussetzen“, wenn man mit einem Wurf nicht zufrieden ist. Und für das royale Hauptspiel gibt es einen Reihe von Tafeln mit Modifikationen, die an die Casinos anzulegen sind. Damit verliert die neue Auflage die beindruckende Stringenz des Originalspiels.

© · games we play 2012–20


games we play Spielebesprechungen seit 1991.
Keine Spieletests, sondern kritische Rezensionen aktueller Brettspiele, Kartenspiele und Gesellschaftsspiele.