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Loot Island

nett: 4 Punktevon Aaron Haag

What’s Your Game? / Pegasus Spiele
(Redaktion: Fell Barros, Simon Blome u.a.)

Illustration: Mariano Ianelli

ca. 23 €

2 bis 5 SpielerInnen (ab besten: 3 bis 5)

Schwierigkeit einfach (ab ca. 10 Jahre)

Jahrgang 2018

Zuerst müssen wir unsere sieben Handkarten an die Strände Insel anlegen. Eine Kartenreihe wird nur dann gewertet, wenn sie aus mindestens sechs Karten besteht, was man selten allein hinkriegt. Da ist man darauf angewiesen, dass die Gegner sich ebenfalls beteiligen.

Auf dem kleinen Spielbrett befindet sich ein Schiff, das sich gemächlich im Kreis bewegt, pro Runde – fünf werden gespielt – jeweils zum nächsten Strand. Dieser kommt anschließend in die Wertung – und die dort gelegten Karten bringen uns dem Sieg näher.

Voraussetzung ist, dass es überhaupt zu einer Wertung kommt. Das Schiff ist nämlich unberechenbar. Neben der Insel in der Tischmitte gibt es noch so genannte kleine Inseln. Gegen die Zahlung zweier Handkarten bieten die eine Sonderaktion, beispielsweise das Schiff einen Schritt weiterzuziehen. Denn irgendjemand fühlt sich garantiert benachteiligt an der Südküste. Er zieht die Reißleine, aktiviert er die kleine Schiffsinsel, und der Kahn zieht weiter an die Ostküste. Das ist destruktiv, was dem Spieler aber kaum zum Vorwurf gemacht werden kann. Er denkt eben an sich selbst.

Zu gewinnen gibt es Schätze, die man aus einer Auslage wählt. Jeder Schatz hat einen Basiswert plus eine mehr oder weniger wüst konstruierte Sonderfunktion, die weitere Münzpunkte generiert. Da die Beute verflucht ist, werden zu den Schatzkarten Fluchsteine dazugegeben, kleine schwarze Holzklötzchen. Leider bleibt aber bis nach Spielende unklar, wieviel Minuspunkte ein Fluch zählt.

Loot Island ist einerseits von taktisch oder gar strategisch anmutenden Entscheidungen geprägt. Andererseits sorgen Überraschungen und Zufälle dafür, dass die Entscheidungen ihre Wirkung nicht entfalten können. Zu oft fühlt man sich dem Zufall ausgeliefert. Egal wie interessant man die Ideen und Herausforderungen finden mag, schon bei der zweiten Partie legt sich so eine Art negatives Grundrauschen über Loot Island, weil man schon ahnt, dass die Reise ins Ungewisse führt.

Eine ausführliche Besprechung von Loot Island finden Sie im Magazin spielbox 1/2018.


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