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Luxor

schön: 5 PunkteDie vergessenen Schätze

von Rüdiger Dorn

Queen Games

Illustration: Dennis Lohausen

ca. 40 €

2 bis 4 SpielerInnen (am besten: 3 bis 4)

Schwierigkeitsehr einfach (ab ca. 8 Jahre)

Nominiert für das
Spiel des Jahres 2018

Das Rennspiel ist eine Spielidee, die zwar schon unzählige Male umgesetzt wurde, die aber immer noch begeistert. Jedenfalls dann, wenn sie so klug umgesetzt ist wie bei Luxor. Spielkarten sind der Motor für die Figuren: Fünf Karten habe ich auf der Hand – darf aber nur die rechte oder linke Karte nutzen. Die neu nachgezogene Karte muss ich jeweils in die Mitte stecken. Kartensortieren ist verboten, das erinnert an Bohnanza, und diese ungewöhnliche Idee gefällt auch bei Luxor.

Auf dem Brett gilt es, nach vorne zu stürmen. Fünf Figuren hat jeder Spieler, die nach und nach ins Spiel kommen. Am meisten Punkte gibt es am Ziel oder nahe dem Ziel. Aber auch unterwegs kann man Siegpunkte kassieren, wenn man es geschickt hinbekommt, dass die Meeple mal egoistisch voranpreschen und dann wieder solidarisch zusammenstehen. Wenn man zwei oder drei eigene Figuren auf einem Feld versammelt, kann man an vielen Stellen ein Schatzplättchen kassieren. Deren Punkte werden sofort auf der Zählleiste eingetragen. Allerdings sollte man sich davon nicht irritieren lassen. Die Zählleiste suggeriert, dass man an ihr eine Art Zwischenstand ablesen könnte – wer liegt zurzeit vorne, wer hinten? Doch das ist nicht der Fall. Die gesammelten Schätze bilden nur einen kleineren Teil der siegentscheidenden Einnahmen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass man für je drei unterschiedliche Schätze Boni gewinnt. Eigentlich ist das Vorrücken auf der Zählleiste überflüssig. Die Punkte erst am Schluss zu zählen, geht genauso gut.

Gesammelte Schätze? Korrekt müsste es heißen, dass diese ägyptischen Schätze unter ziemlich zweifelhaften Umständen zusammengerafft werden. Da mag die auf dem Schachtelcover abgebildete europäische Archäologin noch so sympathisch aussehen: Die antike Statue, die sie in ihren Rucksack gesteckt hat, wird vermutlich auf schnellem Wege in ein Museum außerhalb des Landes gebracht.

Wenn man das Spiel kritisieren möchte, wird man auch darauf hinweisen, dass zumindest im Vier-Personen-Spiel zu oft der Nachziehstapel leer ist. Dann muss neu gemischt werden, was aber auch nicht so schlimm ist. Im Spielverlauf ändert sich das nämlich, weil zusätzliche Karten ins Spiel kommen, die sich die Spieler mit der Hilfe bestimmter Felder nehmen dürfen. Hier sind starke Karten dabei, mit denen beispielsweise alle Figuren synchron nach vorne rücken. Sie an der richtigen Stelle taktisch einzusetzen, kann entscheidend sein. Trotzdem bleibt Luxor ein unkomplizierter Spaß, der flott gespielt ist.

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