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Mandala

5 von 6 Punkten Für zwei Spieler

von Trevor Benjamin und Brett J. Gilbert

Lookout Spiele (Redaktion: Grzegorz Kobiela, Ralph Bienert, Vertrieb: ASS)

Illustration: Klemens Franz

ca. 22 €

2 SpielerInnen

Schwierigkeit einfach (ab ca. 10 Jahre)

Jahrgang 2020

Ein bunt bedrucktes Geschirrtuch ist das Spielbrett, zwei große geometrische Bilder, Mandalas, sind dort abgebildet. Wer an der Reihe ist, legt entweder eine Karte in das Zentrum eines Mandalas oder mehrere gleichfarbige Karten in die einem zugewandte Seite des Bildes. Wenn eine Kartenfarbe bereits im Mandala liegt, muss jede zusätzliche Karte dieser Farbe an der entsprechenden Stelle dazu gelegt werden. Oder man legt sie ins zweite Mandala, wo sich diese Farbe womöglich noch gar nicht befindet.

Was im Bildzentrum liegt, wird zwischen den beiden Duellanten als Gewinn verteilt, sobald sich alle sechs Farben im Mandala befinden. Dabei darf derjenige, der die Mehrheit hat, zuerst wählen und bekommt alle Karten von einer Farbe. Alles was auf die dem Spieler zugewandte Mandalaseite gelegt wird, entscheidet lediglich über die Mehrheit und kommt dann aus dem Spiel.

Auf das Tischtuch sind Zahlen beginnend mit 1 und mit 6 endend aufgedruckt. Von jeder Farbe muss die erste Gewinnkarte zu einer solchen Ziffer gelegt werden, zuerst zur 1. Jede weitere Karte dieser Farbe kommt in den Kelch und bringt entsprechend viele Siegpunkte.

Mandala-Neulinge achten darauf, ob eine ungrade oder gerade Zahl von Farben in einem Zentrum liegt. Wer die Mehrheit hat, bevorzugt die ungerade Zahl – der Unterlegene die gerade Zahl. Dann kann er zwar nicht die dicksten Stapel wählen, kann aber wenigstens gleich oft zugreifen. Fortgeschrittene Spieler versuchen häufig, zuerst mit vielen Karten eine Mehrheit abzusichern. Anschließend legen sie Karte für Karte in ihrer Wunschfarbe in Zentrum. Denn sie möchten bei ihrem ersten Zugriff einen möglichst fetten Farbstapel zu Siegpunkten verwandeln. Praktisch ist es, die sechste Kartenfarbe auf der Hand zu haben, die das Mandala „zu“ macht. In Situationen, in denen beiden Seiten genau diese eine Farbe fehlt, die ein Bild finalisiert, dauert das etwas länger. Was aber gar nicht nachteilig ist. Dann können spannende Situationen entstehen, in denen es um größere Kartenmengen geht.

Das Tischtuch sieht schön aus und strukturiert die Spielfläche, zur Not ginge es aber auch ohne. Denn im Kern ist Mandala ein minimalistisches Spiel. Es gibt nur sechs verschiedene Karten, jede davon 18 Mal – das ist alles. Dass daraus so viel Spieltiefe entstehen kann, ist schwer beeindruckend.

Eine ausführliche Besprechung von Mandala befindet sich im Magazin spielbox 6/2019.


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