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Meduris

nettDer Ruf der Götter

von Stefan Dorra und Ralf zur Linde

Haba (Miriam Koser)

ca. 35 €

2 bis 4 SpielerInnen

Schwierigkeiteinfach (ab ca. 10 Jahre)

2017

Es darf gesiedelt werden! Und zwar im Kreis. Jede Hütte kostet zwei Rohstoffe. Doch vor dem Bauen würfele ich, wobei das Ergebnis auch für alle Mitspieler zählt. Entscheidend ist der Standort der eigenen Arbeiterfiguren. Wenn der Würfel „grün“ zeigt und einer meiner Arbeiter im Wald steht, bekomme ich ein Holz. Wenn er „weiß“ zeigt, kriege ich auf der Weide ein Stück Wolle. Ärgerlich ist es, wenn „-1“ auf dem Würfel steht. Dann verlieren wir alle einen Rohstoff, was uns an die Catan’sche „7“ erinnert – wobei damit die Ähnlichkeiten mit diesem Klassiker erschöpft sind.

Bei Meduris herrscht Mangel, oft sogar dramatischer Rohstoffmangel. Deswegen ist Bauen manchmal gar nicht so sinnvoll, sondern man versetzt stattdessen seinen Arbeiter. Dafür gibt es sofort bis zu drei Ressourcen, je nachdem wo mein Arbeiter steht. Die Figuren springen nämlich wie bei Camel up aufeinander. Wer als dritter ganz oben steht und sich tragen lässt, kriegt drei Rohstoffe, seine Unterleute müssen mit zwei oder nur einem vorlieb nehmen.

Mangel herrscht auch bei den Bauplätzen für die Hütten. Zwar wäre der Kreis theoretisch groß genug, um die vielen Hütten problemlos aufzunehmen. Doch in direkter Nachbarschaft zu bauen, ist teuer. Wer neben einer eigenen oder fremden Hütte sein Gebäude errichtet, zahlt nicht zwei Rohstoffe, sondern doppelt. Wenn drei Hütten aneinandergrenzen, kostet die zuletzt errichtete drei mal zwei Ressourcen. Wer sehr gut bei Kasse ist, könnte sogar eine vierte oder fünfte Hütte ergänzen. Benachbarte Hütten werden als Siedlung bezeichnet.

Doch nicht nur der Bau kostet, sondern auch das Kassieren der Siegpunkte. Immer wenn gebaut wird rückt der Druide in die nächste Siedlung vor. An jedem Haus kassiert er eine der dort angegebenen Ressourcen. Wenn ich zahlen kann, gewinne ich einen Punkt, wenn nicht, dann verliere ich einen. Besser ist es oft, dem Druiden zwei Rohstoffe zu bezahlen. Dann kassiere ich pro Hütte Siegpunkte in der Größe der Siedlung. Dann hat sich der aufwändig-teure Bau der Hütte doch noch rentiert.

Die eingängige Spielidee kann zunächst überzeugen, im weiteren Spielverlauf hält sich der gute Anfangseindruck jedoch nicht ganz. Das liegt auch daran, dass der stete Mangel sicherlich nicht für ein Gute-Laune-Spiel sorgt. Bremsend wirken sich die Phasen aus, in denen kaum gebaut wird, sondern die Spieler primär Rohstoffe sammeln. Das wird zum Spielende hin häufiger, weil bezahlbare Plätze Mangelware sind. Wenn es dann nicht die vergleichsweise preisgünstigen Tempel gäbe, die man zwischen zwei Siedlungen stellt, um am Spielende entsprechend der Siedlungsgrößen Punkte zu kriegen, würde Langeweile einkehren. So aber kann sich Meduris noch ganz passabel zum Ziel retten, das eintritt, sobald einer der Spieler seine Hütten und Tempel verbaut hat.

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