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Memoarrr!

schön: 5 Punktevon Carlo Bortolini

Spielwiese / Pegasus Spiele (Redaktion: Julian Steindorfer)

Grafik: Pablo Fontagnier

ca. 10 €

2 bis 4 SpielerInnen

Schwierigkeit sehr einfach (ab ca. 8 Jahre)

2017/18

Memory bis alle ausgeschieden sind – außer der Sieger: das ist die Memoarrr-Idee. Dieses Spiel, das aus gerade mal 35 Kärtchen besteht, gefällt in jeder Zusammensetzung und mit jeder Zielgruppe.

Pärchen im engeren Sinne werden nicht gesammelt. Sondern jede Karte besitzt zwei Elemente: die Hintergrundfarbe und ein Tier, dass im Vordergrund steht. Zu einem Pinguin vor blauer Farbe kann ich entweder einen weiteren Pinguin vor beliebigen Hintergrund oder ein beliebiges Tier vor einer blauen Wand aufdecken.

Fünf mal fünf verdeckte Karten liegen auf dem Tisch, die in der Mitte liegende wird vorab aus dem Spiel genommen. Dort kommen die sieben Siegpunktkarten hin, die am Ende einer jeden Runde vergeben werden. Je drei Karten darf sich jeder Spieler anschauen, damit man nicht bei Null beginnt. Dann geht es los. Eine Karte wird aufgedeckt, dann sucht der nächste Spieler eine passende, und reihum ist jeder immer wieder an der Reihe.

Und mit jeder der sieben Runden wird die Auseinandersetzung härter. Der eine Spieler kann sich besser die Farben merken, andere konzentrieren sich auf Krebs, Pinguin, Schildkröte, Tintenfisch und Walross. Am Anfang ist die Runde oft schnell beendet. Da die Position der Karten aber nie verändert wird, kann man sich für die Folgerunden die Positionen merken. Die Begeisterung nimmt zu, Memoarrr ist ein emotionales Spiel. Insbesondere wenn bis auf zwei schon alle ausgeschieden sind. Dann wird es dramatisch. „Ich schaffe noch eine Karte“, sagt der eine – in der Hoffnung, dass sein gegenüber in die Knie gehen muss. Aber auch er findet noch das richtige. Und weiter…

Schade ist es, dass in manchen späteren Runden am Ende die Luft raus ist. Wenn schon alles aufgedeckt ist, was die gesuchte Farbe oder das gesuchte Tier zeigt, dann scheidet man aus, ohne sich wehren zu können. Selten hat der Gegner diese Situation gezielt herbeigeführt, meistens hat er einfach nur Glück. Das passiert aber den Normalspielern mit einem Normalgedächtnis eher selten. Ansonsten könnte man allerdings auf die Expertenregel umschwenken, die den Tieren spezielle Fähigkeiten zuweist. Das wäre mir dann aber zu hart.

© · games we play 2017



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