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Obscurio

4 von 6 Punkten von L’Atelier

Libellud (Redaktion: Alexandre Garcia u.a., Vertrieb: Asmodee)

Illustration: Xavier Collette

ca. 38 €

2 bis 8 SpielerInnen (besser: 4 bis 8)

Schwierigkeit einfach (ab ca. 10 Jahre)

Jahrgang 2020

Bilder weisen uns den Weg. Mit Dixit, Spiel des Jahres 2010, und Mysterium hat Libellud bereits zwei Titel mit surrealen Bildern im Programm. Diese träumerisch-absurden Zeichnungen begegnen uns in Obscurio erneut. Der Mitspieler, der die Rolle des Grimoire verkörpert, legt zwei dieser Illusionskarten ins Buchtableau und markiert mithilfe zweier magnetischer Pfeile die kompletten Karten oder nur einen Bildausschnitt. An den sechs Ausgangstüren der Bibliothek befinden sich ebenfalls diese Bildkarten. Welche Ausgangskarte hat die größte Ähnlichkeit mit den beiden Bildern im Buchtableau? Um eine Tür zu meistern, reicht es, wenn einer der Spieler die richtige gefunden hat. Trotzdem ist arbeitsteiliges Ausprobieren verschiedener Weggabelungen nicht gut. Denn jeder falsch ratende Spieler entfernt ein Zusammenhaltplättchen vom Spielbrett und legt es vor sich ab. Sobald nur noch fünf oder sieben dieser Plättchen auf dem Brett liegen, geht es dem Verräter an den Kragen, weil nämlich abgestimmt wird.

Obscurio ist semi-kooperativ, denn einer unserer Mitstreiter verkörpert diesen Werwolf-ähnlichen Verräter. In der Nacht ist dieser Spieler gemeinsam mit dem Grimoire wach und sorgt dafür, dass nicht der Zufall entscheidet, welche Illusionsbilder an den sechs Ausgängen liegen. Sondern er sorgt dafür, dass es möglichst schwierig wird, die Türen zu finden.

Obscurio wirkt mit seinen Regeldetails überladen. Nicht nur der Verräter kann nerven, auch die vielen Fallenplättchen sorgen dafür, dass man etwas zu oft in der Anleitung lesen muss. Scheinbar fehlte der Autoren das Vertrauen, dass eine einfache Grundregel mehr wert ist, als die diversen Verästelungen.

Eine ausführliche Besprechung von Obscurio befindet sich im Magazin spielbox 1/2020.



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