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Ohanami

3 von 6 Mach die Karten zum Garten

von Steffen Benndorf

NSV

Illustration: Christian Opperer

ca. 12 €

2 bis 4 SpielerInnen

Schwierigkeit sehr einfach (ab ca. 8 Jahre)

Jahrgang 2019

„Mach die Karten zum Garten“ fordert uns Ohanami poetisch auf, für gärtnerische Ordnung zu sorgen. In der japanischen Gartengestaltung ist der Zufall nämlich nicht so gerne gesehen, sondern alles muss ordentlich sein. Steffen Benndorf hat sich der Idee seines Klassikers The Game angenommen und daraus einen Wettbewerb mit Draftingelementen gemacht. Zehn Karten bekommen jeder von uns auf die Hand, sucht zwei davon aus, legt sie auf den Tisch, und gibt die übrigen acht Karten seinem Nachbarn. Das machen wir solange, bis wir jeweils zehn Gartenkarten haben. Unterbrochen Zwischenwertungen wiederholt sich das, bis unsere persönliche Anlage aus bis zu 30 hoffentlich bildschönen Karten besteht.
Jedes Gartenelement trägt eine Nummer – irgendetwas zwischen 1 und 120. Wir müssen die Karten in der richtigen Reihenfolge auf den Tisch legen. Und zwar sofort, umsortieren ist verboten. Großzügigerweise erlaubt Ohanami auch noch einen zweiten und dritten Garten.

Nach der ersten Runde gehen ausschließlich die blauen Wassergärten in die Wertung ein. Grüne Karten zählen in der zweiten und dritten Wertung je vier Punkte, die Steingärten schlagen in der letzten Wertung mit sieben Punkten zu Buche. Ganz besonders wertvoll sind die Kirschblütenkarten, die erst am Spielende gezählt werden.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass das aus The Game entlehnte Sortieren der Karten hier kaum irgendetwas entscheidet. Denn mein Garten ist riesig. Dreißig Karten in drei Reihen: Das ist leicht zu organisieren. Deswegen ist es fast egal, wo man eine Karte legt und kann ruhig riesige Sprünge in Kauf nehmen. Hauptsache, sie verspricht das Punktemaximum. Und damit war das Spiel entzaubert, das anfangs für lockere und ansprechende Unterhaltung sorgte.

Eine ausführliche Besprechung von Ohanami finden Sie im Magazin spielbox 3/2019.


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