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Paper Tales

4 von 6 Punktenvon Masato Uesugi

Frosted Games / Pegasus Spiele (Redaktion: Matthias Nagy, Lizenz: Catch up Games)

Illustration: Christine Alcouffe

ca. 30 €

2 bis 5 SpielerInnen (besser: 3 bis 5)

Schwierigkeit einfach (ab ca. 10 Jahre)

Jahrgang 2019

Wir bekommen fünf Spielkarten, suchen eine aus, und geben den Rest dem linken Nachbarn. Das wiederholen wir, bis wir fünf Karten auf der Hand haben. Der Ablauf ist streng in sechs Phasen eingeteilt. Doch noch sind wir nicht so weit. Wir haben das Draften – Phase 1 – abgeschlossen und kommen jetzt zu 2. Aufstellen. Hier legen wir vier unserer Karten als zwei mal zwei Formation auf den Tisch. Entscheidend für den Sieg gegen die Nachbarn ist die Kampfstärke der beiden vorderen Karten.

Drei Siegpunkte gibt es pro Sieg gegen die rechts und links von mir spielenden Nachbarn. In der Phase 4 gibt es Goldnachschub und in Phase 5 folgt die zweite Möglichkeit, Siegpunkte zu bekommen. Hier wird gebaut, wofür jedem Spieler ein Kartensatz mit fünf Häusern zur Verfügung steht. Wer Einheitenkarten ausliegen hat, die Rohstoffe produzieren, wird diese nun verwenden.

Phase 6 bringt die Alterungsmarker ins Spiel, die für den besonderen Kniff sorgen. Auf jede ausliegende Einheitenkarte kommt ein Marker. Jede Karte, auf der bereits ein Alterungsmarker liegt, stirbt – was dann in Phase 5 der folgenden Runden passiert. Das heißt, eine Einheit überlebt gerade mal zwei Runden.

Paper Tales hat einen Rhythmus, den man sicherlich nicht als elegant bezeichnen kann. Insbesondere in Runde 2 werden Karten gedraftet, die man oft gar nicht benötigt, weil man noch genug intakte Einheiten besitzt – außer man wirft sie freiwillig ab. Paper Tales bedeutet recht viel Verwaltungsarbeit. Wirklich gespielt wird nur beim Draften und bei der anschließenden Entscheidung, welche Einheiten auf den Tisch kommen. Der Rest ist vorbestimmt, oft sogar das Bauen.

Eigentlich mag ich sparsam ausgestattete Spiele. Hier aber wünsche ich mir Tableaus für die Spieler. Doch leider ist nur ein Spielbrett dabei, das in der Mitte liegt, und eine banale Siegpunktleiste und einen Rundenanzeiger umfasst. Plus die Anzeige ob man mit oder gegen den Uhrzeigersinn draftet. Wo werden die Einheiten hingelegt, wo sind die Grundstücke, was kosten sie? Alles hätte auf ein Tableau gepasst. Wo sind die von rechts kommenden Karten, wo die nach links gehenden, wo die bereits ausgewählten und wo die Karte aus der Vorrunde? Letztere soll quer auf der Spielhilfekarte liegen, die man eigentlich im Blick haben möchte.

Spannend ist es, ob ich zur richtigen Zeit Einheiten mit passenden Rohstoffen und kräftigen Kampfwerten auf die Hand bekomme. Und noch besser ist es, Kartenkombis zu haben, die mich siegpunktmäßig nach vorne bringen.

Eine ausführliche Besprechung von Paper Tales finden Sie im Magazin spielbox 5/2018.


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