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Startups

schön: 5 Punktevon Jun Sasaki

Oink Games (Vertrieb: Spiel direkt)

Illustration: Jun Sasaki, Hiroko Izumida

ca. 18 €

3 bis 7 SpielerInnen (am besten: 3 bis 6)

Schwierigkeit einfach (ab ca. 10 Jahre)

Jahrgang 2018

Um die Arbeit eines Kartellamtes geht es bei Startups. Was sich eher trocken anhört, stellt sich letztlich als durchaus unterhaltsames Kartenspiel heraus, das in der für den japanischen Oink-Verlag typischen quaderförmigen kleinen Schachtel erschienen ist.

Sechs Unternehmen sind im Spiel. „Giraffe“ heißt ein hippes Craft-Beer-Startup, von dem es fünf Spielkarten – Anteilsscheine – gibt. Und vom größten Unternehmen – „Elephant Mars Travel“ – gibt es zehn Aktien. Wer an der Reihe ist, nimmt eine Karte auf die Hand und legt eine Karte ab. Wer in einen Betrieb investieren möchte, legt die Karte vor sich in die persönliche Auslage. Wer die Aktie lieber abstoßen möchte, legt sie offen in die Tischmitte. Warum er dies tut? Nur der Mehrheitseigner einer Firma kann gewinnen. Er bekommt Geld von den Minderheitsaktionären: die müssen pro Aktie ein 1er Münze abgeben, die bei ihrem Empfänger als 3er Münze ankommt, indem sie gedreht wird.

Und das Kartellamt? Der erste, der die Karte eines Unternehmens vor sich legt, bekommt den dazugehörigen Anti-Monopol-Chip. Er darf jetzt zwar noch zufällig auf die Hand gezogene Karten zu seinem womöglich marktbeherrschenden Startup legen. Aber er darf nicht mehr gezielt nach einem Unternehmensanteil dieser Firma greifen, das ein Mitspieler in die Tischmitte abgelegt hat.

Startups ist ein in der Grundstruktur recht einfaches Kartenspiel, das mit einigen einfallsreichen Elementen angereichert wurde. Deshalb kommt man in der ersten Runde noch nicht so recht dahinter, worauf zu achten ist, und wie man taktisch klug vorgeht. Defensiv spielen und die Karten lieber auf den Markt in die Tischmitte legen, um den Gegner zum Reagieren zu zwingen? Wenn dieser die auf dem Markt befindliche Aktie nämlich nicht aufnimmt, obwohl er sie nehmen könnte, muss er eine Münze auf die Karte legen. Oder spiele ich offensiv und hoffe auf viele Mehrheiten? Der Glücksfaktor ist groß, aber es bleibt durchaus Spielraum für taktische Entscheidungen. Man kann nur eine Runde spielen, was durchaus gut gefällt. Man kann aber auch drei Runden aneinanderhängen, wodurch sich Startups wie ein vollständiges Brettspiel anfühlt, das deutlich aus dem Kartenspiel-Allerlei herausragt.

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