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Sushi Express

nett: 4 Punktevon Michael Schacht

Abacus

ca. 13 €

bis 6 SpielerInnen

Schwierigkeitsehr einfach (ab ca. 8 Jahre)

Verpackung −

2006

Wer als moderner Großstädter die Zeit der Pizza-Taxis hinter sich gelassen hat, greift längst zum Sushi-Bringdienst. Michael Schacht hat daraus ein Spiel gemacht, das zwar in einer kleinen Schachtel steckt, aber trotzdem einen facettenreichen Ablauf bietet.

Es wird ein Rundkurs aus zwölf Plättchen aufgebaut, über die die Spieler sich im Uhrzeigersinn mit ihren Boten-Fahrzeugen bewegen. Immer wenn sie nach einer Runde bei dem Expressdienst vorbeikommen, dürfen sie sich aus der Auslage eine Kundenkarte aussuchen. Wenn sie einen Kunden das erste Mal beliefern, bekommen sie drei Siegpunkte, für jeden Anschlussauftrag nur einen Punkt.

Vorwärts kommen die Lieferwagen mit der Hilfe von zwei Würfeln. Doch vor dem Würfeln kommt noch ein ganz entscheidendes Spielelement. Die Spieler tippen, welche Zahl sie würfeln. Wer den höchsten Tipp abgibt, wirft als erster die Würfel. Wenn er es nicht schafft, gibt es als Trostpreis nur eine Aktionskarte. Wenn er es schafft, die geforderte Zahl mindestens zu würfeln, setzt er sein Fahrzeug um die getippte Ziffer nach vorn.

Alle Spieler die niedriger getippt haben, dürfen als eine Art Trittbrettfahrer sofort folgen – und zwar mit der Zahl ihres eigenen Tipps. Selbst würfeln brauchen sie nicht.

Die taktischen Möglichkeiten des Spiels sind sehr eingeschränkt. Da man beim Ziehen der Lieferwagen besetzte Plättchen nicht mitzählt, ist es nicht so einfach, vorausschauend eine sinnvolle Würfelzahl zu errechnen.

Immerhin ist in einer kleinen Runde mit drei oder vier Spielern noch ein wenig vorausschauendes Handeln möglich. In einer Runde mit fünf oder sechs Leuten wird nur noch mehr oder weniger sinnlos gewürfelt. Dann macht das Spiel gar keinen Spaß mehr – während die Anhänger der feinen japanischen Küche im kleinen Kreis durchaus ein Runde mit dem Sushi Express wagen könnten.

© Harald Schrapers 2006