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Tabu

schön: 5 Punkte games we play Tip: Das TOPspielvon Brian Hersch u.a.

Parker / Hasbro (Lizenz: Hersch)

27,95 € bei amazon.de

2 Gruppen

Schwierigkeit mittel (ab ca. 12 Jahre)

Auswahlliste Spiel des Jahres 1992

diverse Neuauflagen

ProminentenTabu

schön: 5 Punkte games we play Tip: Das TOPspiel Das unsagbare Spielvergnügen

von Brian Hersch u.a.

MB (Hasbro) (Lizenz: Hersch)

ca. 60-80 DM

- nicht mehr lieferbar –

2 Gruppen

Schwierigkeit schwer (ab ca. 15 Jahre)

1993

Das Spiel ist schnell erklärt. Es werden zwei Gruppen gebildet. Ein Gruppenmitglied muss seinem Team den Begriff bzw. die Person umschreiben, die auf der Karte steht, die es gezogen hat. Jeweils fünf Tabuwörter, die ebenfalls auf der Karte stehen, darf es dabei nicht nennen. So stehen etwa auf der Karte Karl Marx die Tabuwörter Sozialismus, Engels, Manifest, Kapital und Chemnitz. Während die Sanduhr läuft, muss eine Gruppe versuchen, möglichst viele Karten zu erraten. Das gegnerische Team achtet derweil auf die Einhaltung der Spielregeln.

Drei lange Jahre warteten die Tabu-Fans auf Nachschub, auf neue Begriffe. Die alten konnten längst fast auswendig heruntergebetet werden. Erst 1995 erschien endlich ist die zweite Edition, 1997 dann die dritte, 2001 die vierte Auflage. Jetzt ist bereits die fünfte Auflage herausgekommen. Das zwischenzeitlich erschienenen – und längst vom Markt genommene – Prominenten Tabu blieb ein Tipp für Insider-Kreise.

Ärgerlich ist, dass die Tabu-Neuauflagen immer nur als komplettes Spiel verkauft werden. Immerhin wurde die Ausstattung inszwischen derart verändert, dass das Spiel etwas preisgünstiger geworden ist. Es gibt keinen Kartenhalter mehr – dazu kann die Spielschachtel verwendet werden – und alle Karten sind mit vier Begriffen bedruckt, statt bislang mit nur zwei. Hinzu kommt ein Spielbrett. Denn ab der dritten Tabu-Edition wurden Block und Bleistift – extra für den deutschen Markt (denn hier hat das Brettspiel einen ganz anderen Stellenwert) – durch ein Spielbrett ersetzt, auf dem Spielstand besondere Aktionen angezeigt werden.

Hoch interessant ist die Auswahl der zu ratenden Begriffe in der vierten Edition. Da scheinbar alle zeitlosen Allerweltswörter bereits in den ersten drei Editionen verbraucht wurden, gibt es jetzt deutlich schwieriger zu erratende aktuelle Begriffe: Ökosteuer, Spendenaffäre, Sushi oder Website. Und sogar die Fans des alten Prominenten Tabus kommen auf ihre Kosten, wenn sie die vielen Prominenten-Namen auf den Karten für sich raussuchen.

Das alte Prominenten Tabu fiel durch eine besonders gute Auswahl der zu ratenden Personen auf. Es waren Leute aller Gruppen enthalten – SchauspielerInnen, SportlerInnen, PolitikerInnen, MusikerInnen etc. Für Abwechslung sorgen einige wenige Karten mit fiktiven Roman- bzw. Filmfiguren (James Bond, Moby Dick, E.T.). Prominenten Tabu war deutlich schwieriger als das Tabu um Begriffe. Häufig kommen Personen vor, die eine SpielerIn kaum oder gar nicht kennt. Dann muss sie entweder verzichten – das ist dann ein Punkt für das gegnerische Team – oder versuchen, durch Umschreibung der Tabuwörter die Person trotzdem ihrer Gruppe begreiflich zu machen. (In manchen Kreisen ist Prominenten Tabu inzwischen ein Kultspiel. Der Autor dieser Besprechung besitzt ein von den Jusos Niederrhein als Einzelstück erstelltes Juso-Tabu, das 178 Jusos von gestern und heute – von Gerhard Schröder bis Andrea Nahles – enthält.)

Am besten kann Tabu mit acht, zehn oder zwölf Personen gespielt werden, die sich um einen großen Tisch setzen. Dann wird reihum abgezählt: Gruppe A, Gruppe B, Gruppe A … Der praktische Kartenhalter kann dann reihum gehen.

Tabu ist ein Kommunikationsspiel, bei dem uns pseudopädagogische Ansprüche glücklicherweise erspart bleiben. Es reicht, assoziativ Begriffe und Personen verknüpfen zu können. Mit Tabu ist es in einer Hinsicht genauso wie mit vielen Kommunikationsspielen. In kleinen Runden ist Tabu ein durchweg schlechtes Spiel. Erst in großen Spielerunden ab acht Personen kommt der Witz dieses Kommunikationsspiels richtig zur Geltung. Dann zählt es zu den besten Spielen überhaupt.

© games we play – niederrhein magazin 1994–2008 – Autor: Harald Schrapers

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