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Texas Showdown

nett: 4 Punktevon Mark Major

Amigo (Lizenz: Mayfair)

Illustration: Klemens Franz

ca. 8 €

3 bis 6 SpielerInnen

Schwierigkeit einfach (ab ca. 10 Jahre)

Jahrgang 2018

Texas Showdown ist einfach nur ein Kartenstichspiel, nörgelt der eine. Nein, es ist völlig anders, betont der andere. Denn man muss keine Stiche machen, sondern Stiche vermeiden. Außerdem kann man in einem Stich mehr als eine Farbe bedienen. Letzteres ist tatsächlich innovativ, sofern das im engen Korsett eines Stichspiels überhaupt möglich ist. Wer die angespielte Farbe nicht bedienen kann, spielt eine andere Farbe aus. Die nachfolgenden Spieler können nun auswählen, welche der beiden Farben sie bedienen möchten.

Die Karten sind durchnummeriert von 0 bis 74. Mit jedem Zehnerschritt wechselt die Farbe, so dass es schwarze Karten elfmal gibt, nämlich von null bis 10. Die höheren Farben sind seltener, denn es gibt ingesamt nur 60 Karten und ein paar Ziffern werden ausgelassen. Das ist eigentlich ziemlich unübersichtlich. Damit man trotzdem orientiert bleibt, findet sich auf jeder Spielkarte eine Art Farbthermometer. An dem kann man zumindest ungefähr ablesen, dass sich zum Beispiel eine 44 in der Mitte der grünen Karten befindet. Wer ganz genau hinschaut, kann sogar eine präzise Stricheinteilung erkennen.

Ein bisschen Schadenfreude kommt immer dann auf, wenn ein Spieler überraschend einen Stich kassiert. Denn richtig „sichere“ Karten gibt es nicht, dafür sorgen die unterschiedlichen Farben. Es gewinnt die höchste Karte der Farbe, die am häufigsten im Stich vorkommt. Trotzdem – oder gerade deshalb – ist der Ablauf nicht allein glücksbestimmt. Wer sich gut merken kann, welche Farben und Zahlen bereits „gelaufen“ sind, hat einen Vorteil. Wer diese Merkleistung nicht so gern vollbringt, tappt hingegen dann und wann im Dunkeln.

Im dem Genre der Stichspiele ist Texas Showdown durchaus eine bemerkenswerte Innovation. Aber in der Gesamtheit aller Brett- und Kartenspiel-Neuheiten kann es nicht herausstechen.

© · games we play 2018



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