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Yōkai 妖怪

5 von 6 PunktenFührt zusammen, was zusammengehört!

von Julien Griffon

Game Factory (Redaktion: Rolf Mutter, Frank Weiß, Lizenz: Bankiiiz Editions, Lizenz: Carletto)

Illustration: Christine Alcouffe

ca. 13 €

2 bis 4 SpielerInnen

Schwierigkeit sehr einfach (ab ca. 8 Jahre)

Jahrgang 2021

Yōkai, japanische Fabelwesen, sorgen für Unordnung in der Kartenauslage, so wie es auch bei Machi Koro Legacy (Rezension in der spielbox 6/2020) geschieht. Dort sind es die Unternehmenskarten, die ständig umgedreht werden, hier sind es die durcheinander liegenden Yōkai selbst. Unser Ziel ist Ordnung. Die vier Yōkai-Familien, nach Farben unterschieden, sollen in Gruppen zusammenliegen. Schwierigkeit Nummer 1: Die Karten liegen, durcheinander wie sie sind, verdeckt auf dem Tisch. So wie bei Memory, und wir müssen uns tatsächlich die Position der Karten merken, die wir aufdecken. Schwierigkeit Nummer 2: Wenn ich zwei Karten aufdecke, darf ich sie meinen Mitspielenden nicht zeigen. Obwohl es ein kooperatives Spiel ist, darf ich auch nicht reden – Yōkai ähnelt in seiner Grundidee dem Kartenspiel The Game. Es herrscht Sprechverbot.

Ich schaue unter zwei Karten, und anschließend muss ich eine Karte an eine andere Stelle legen. Dies ist ein wichtiges Indiz für die Mitspielerinnen: Wenn ich die beiden Karten benachbart lasse, dann haben sie offensichtlich dieselbe Farbe, und wenn ich sie auseinanderlege, sind sie unterschiedlich. Doch Vorsicht: Die Karten müssen am Ende zwar sortiert auf dem Tisch liegen, aber zusammenhängend. Eine Karte so zu verlegen, dass es die Auslage in zwei Teile reißt, ist verboten. Man muss also aufpassen, sich nicht in eine Situation zu manövrieren, dass man geradezu gezwungen wäre, dies zu tun, weil man den Raum auf dem Tisch zu großzügig verwendet hat.

Man darf zwar nicht reden, aber immerhin gibt es Hinweiskarten, mit denen ich eine Auskunft zur Farbe einer von mir angesehen Karte geben kann. Die lege ich auf den verdeckten Yōkai, womit ich auch bestimme, dass dieser nicht mehr bewegt werden darf. Einige Hinweiskarten sind präzise einfarbig, einige sind weniger klar, weil sie zwei oder drei Farben anzeigen. Dann weiß man immerhin, welche Farbe nicht gemeint ist.

Die Hinweiskarten, deren verdoppelte Gesamtzahl bestimmt, wie viele Züge wir maximal machen dürfen, befinden sich bei Spielbeginn in einem Nachziehstapel. Ich muss mir bei jedem Zug überlegen, ob ich einen Hinweis nachziehe und in eine offene Auslage lege. Oder ob ich eine Hinweiskarte aus dieser Auslage nehme und auf einem Yōkai platziere. Welche der beiden Möglichkeiten die bessere ist, hängt mit einer etwas wirren Schlusswertung zusammen, bei der in vier Kategorien zwischen minus 1 und plus 5 Punkte vergeben werden. Das trübt an Ende den Gesamteindruck eines an sich guten Spiels.

Bei Yōkai muss man sich stumm mit den Mitspielern auf eine Taktik einigen und sich in die Gedanken der anderen hineinversetzen. Eine Art Knobelaufgabe wird hier wirklich gemeinsam angegangen – in der Hinsicht gemeinsam, dass nicht der Spieler mit den besseren Ideen den Lösungsweg allein vorgibt, sondern wirklich alle ihren Beitrag leisten müssen.

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