Boss Fighters
QR
von Michael Palm und Lukas Zach
Pegasus Spiele (Redaktion: Sebastian Hein)
Illustration: Bartłomiej Kordowski u.a.
Hergestellt in China
ca. 40 €
1 bis 4 SpielerInnen (besser: 2 bis 4)
Schwierigkeit ◼◼◻◻
Jahrgang 2026
Ist Boss Fighters ein analoges Spiel mit App-Unterstützung? Oder ist es ein digitales Spiel mit analogem Material? Klar ist, dass hier digitale und analoge Elemente eng miteinander verbunden sind und insgesamt gut zusammenarbeiten. Die Spielenden halten ihre Karten mit einem QR-Code über die Kamera eines Tablets, und die App verarbeitet die gespielte Aktion. Dadurch übernimmt sie die Rolle des Gegners und wertet die Spielzüge aus, während auf dem Tisch Karten, Marker und Lebenspunkträder liegen. Mit einem Smartphone kann das auch gespielt werden, der für das Mehr-Personen-Spiel eigentlich zu kleine Bildschirm trübt aber das Erlebnis.
Wir spielen einen so genannten Boss-Battler – und zwar kooperativ. Zu Beginn entscheidet sich jede Person für einen Helden – Troll, Halbling, Zwerg oder Elfe – und kombiniert diesen mit einer Klasse wie Krieger, Magier, Schurke oder Druide. Diese Kombination bestimmt unseren Kartenstapel, die Lebenspunkte und die Handkartenzahl. Danach führt uns die App durch den Kampf. Der Ablauf einer Runde ist klar gegliedert. Zunächst kündigt der Boss seine Angriffe an, was die App mit einer etwas unpassenden Knallerei begleitet, als ob wir in eine Schießerei geraten wären. Wir wissen nun, welcher Held wie viel Schaden zu erwarten hat und welche zusätzlichen Effekte drohen. Danach ist die Gruppe am Zug. Mit Angriffen versuchen wir, dem Boss Lebenspunkte abzunehmen, mit Rüstungen und Fähigkeiten reduzieren wir den angekündigten Schaden oder helfen den Mitspielenden. Erst danach führt der Boss seine Attacken tatsächlich aus. Wenn dabei auch nur ein Held auf null Lebenspunkte fällt, ist die Partie sofort verloren.
Der Einstieg ins Spiel ist wegen der App nicht besonders schwer, lässt sich aber auch nicht mit dem Trial and Error vergleichen, mit dem man manche Videospiele kennenlernt. Zwar benötigt der eigentliche Spielablauf nur drei Seiten der Anleitung, die insgesamt aber immerhin 15 Seiten umfasst, wenn man Aufbau und Spezialregeln mitzählt.
Eigentlich mag ich Brettspiele, die mit einer App verbunden sind. Ein gutes Beispiel ist das 2019 mit einer Spiel-des-Jahres-Nominierung ausgezeichnete Werwörter. Dort blieb das Spiel im Kern klar analog, während die App eine unterstützende Funktion übernahm. Bei Boss Fighters ist das anders: Hier rückt das Digitale ziemlich stark in den Mittelpunkt des Spielerlebnisses. Viele Spielende stört das nicht, gerade Jugendliche und ältere Kinder sind von Boss Fighters QR oft begeistert. Andere reagieren zurückhaltender. Denn der spielerische Kern ist zwar sehr ordentlich umgesetzt und sorgt für unterhaltsame Partien, wirkt aber abzüglich der digitalen Effekte weder besonders originell noch übermäßig fesselnd.
Rating: 7/10 ⚄ ⇗
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