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Auf den Wegen von Darwin

5 von 6 von Grégory Grard und Matthieu Verdier

Sorry We Are French (Vertrieb: Asmodee)

Illustration: Maud Briand, David Sitbon

ca. 40 €

2 bis 4 SpielerInnen

Schwierigkeit ◼◻◻◻

Jahrgang 2024

Brettspielpodcast | Alte weiße Männer auf den Wegen von Darwin »

Das Spiel dreht sich um ein kleines Holzschiff, das immer im Kreis fährt – rund um viele liebevoll gestaltete Tier-Plättchen, die sich in der Mitte befinden. Da, wo das Schiff anlegt, muss ich eines von drei Tieren wählen. Es ist ein Wombat? Dieses Plättchen kommt nun auf mein persönliches Tableau: und zwar in die Australien-Spalte und die Säugetier-Reihe.

Wer nun vermutet, es kommt darauf an, möglichst auf alle Felder des vier mal vier Rasters meines Tableaus ein Tier zu legen, der irrt. Es würde gar nicht gehen. Das Spiel ist nämlich bereits nach zwölf Plättchen zu Ende. Und es gibt eine Belohnung, wenn man einen Spot mehrfach belegt. Dann erhält man ein „Theorie“-Plättchen, das am Spielende Extrapunkte beispielsweise für Vögel bedeutet.

Auf den Wegen von Darwin ist schnell beendet. Zu schnell? Bei wenig Mitspielenden sind auch nur wenig Plättchen im Spiel – da ist das Ende schnell erreicht. Meist hätte man lieber weiter gespielt: Hier wollte ich eine Spalte voll machen, dort noch eine Amphibie überdecken. Bald merkt man aber, dass diese Knappheit ein Teil des reizvollen Konzepts ist. Man muss sich auf ein paar Dinge konzentrieren und darf sich nicht verzetteln.

Fast am besten gefällt mir das Spiel zu Zweit. Dann kann man direkt eine Revancherunde dranhängen und dafür die nicht verwendeten Tierplättchen nutzen. Besonders interaktiv ist das Spiel eh nicht, zumindest dann, wenn man nicht destruktiv aufs gegnerische Tableau schielt, sondern eher konstruktiv die eigene Tierwelt im Blick hat. Außerdem gibt es eh keine Konkurrenz um die objektiv besten Tierplättchen. Die sind nämlich im Grunde alle gleich wertvoll – beziehungsweise je nach Situation auf dem Tableau mal bedeutender und mal unbedeutender. Genau das sorgt für interessante Entscheidungen.

Das Spiel ist schnell erklärt und schnell gespielt, es ist nicht besonders innovativ, aber vielen Spielenden gefällt es, wenn ein Spiel nicht gleicht ins tiefste Fahrwasser steuert. Um so überzeugender ist die thematische Umsetzung, die aus einem guten Spiel eiun herausragendes macht.

Rating: 8/10 ⚄ ⇑ (» mehr Infos zum Rating)

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