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The Deadlies

5 von 6 Zur Hölle und zwar mit den anderen

von Paul Saxberg

Iello / Smirk & Dagger (Redaktion: Robin Hauper, Vertrieb: Hutter Trade)

Illustration: Leah Fuhrmann

ca. 17 €

3 bis 5 SpielerInnen

Schwierigkeiteinfach (ab ca. 10 Jahre)

Jahrgang 2023

Wir müssen unsere Karten loswerden. Immer wenn ich an der Reihe bin, lege ich möglichst viele ab. Voraussetzung ist, dass sie dieselbe Zahl oder Farbe haben oder eine Straße bilden. Außerdem wird der Effekt der jeweils obersten abgelegte Karte ausgelöst – benannt nach einer der Todsünden. Beim „Neid“ darf ich mit der Kartenhand eines gegnerischen Mitspielenden tauschen, wenn ich zuvor beim zweimaligen Nachziehen keine weitere „Neid“-Karte erhalte. Bei „Trägheit“ verzögert sich das Kartenabwerfen um eine Runde – in der man Gefahr läuft, Karten vom Stapel ziehen zu müssen, falls andere Spielende auch auf „Trägheit“ setzen.

The Deadlies hat das Zeug zu einem flotten und spannenden Kartenspiel – wenn die Kartenfunktionen nicht so kompliziert wären. Zwar stehen wichtige Hinweise, wie eine Karte funktioniert, auf diesen drauf: das führt aber nicht nur in der ersten Runde dazu, dass der Ablauf durch Lesepausen unterbrochen werden muss. Wenn man nicht sogar in die Spielanleitung schauen muss. Besonders kompliziert ist das Zocker-Element der „Habgier“ – hier ist der Regeltext beinahe schon absurd lang.

Das Spiel leidet unter einem Missverhältnis: der Ablauf und die Spielidee sind einfach und recht glücksbetont, der Einstieg ist hingegen ziemlich aufwändig. Erst wenn alle am Tisch die Abläufe intus haben, beweist das Spiel seine zweifellos vorhandenen Stärken. Zumal es thematisch schön umgesetzt ist – ich frage mich nur, warum zwar der Untertitel des Spiels in Deutsche übersetzt wurde, man aber darauf verzichtet hat, das Spiel „Die Todsünden“ zu nennen.

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