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Pacifica

Die Stadt am Meeresgrund

5 von 6von Matthias Prinz und Martin Kallenborn

Kosmos (Redaktion: Tobias Gayer)

Illustration: Amber Scharf

ca. 20 €

2 SpielerInnen

Schwierigkeiteinfach (ab ca. 10 Jahre)

Jahrgang 2023

Die bauen wir die versunkene Unterwasserstadt Pacifica wieder auf. Oder profaner ausgedrückt: Wie messen uns in einem Tauziehen an sieben verschiedenen Schauplätzen. Wobei statt eines Taus Spielkarten zum Einsatz kommen. Wenn ich an einem der Plätze Karten mit den passenden Symbolen dreimal liegen habe, gewinne ich die dazugehörige Drehscheibe. Wenn ich fünf Drehscheiben habe, bin ich Sieger. Alternativ reichen drei Drehscheiben, wenn ich sie „gesichert“ habe. Denn zuvor kann mir die Drehscheibe von der Gegnerin noch weggenommen werden. Erst bei sieben Symbolen geschieht das nicht mehr.

Grundsätzlich hat man zwei Aktionsmöglichkeiten – zumeist Karte vom Stapel ziehen und auf die Hand nehmen oder Karte ausspielen. Da aber viele Karten noch nicht aktiviert sind, muss auch dieser Schritt noch getan werden: Symbole anderer Orte müssen hier verwendet werden. Da diese Aktionsmöglichkeit aber nur halb zählt, kann man in einem Zug bis zu viermal Aktivieren. Hier ist der Einstieg ins Spiel nicht ganz so einfach – ein, zwei, drei oder gar vier Aktionen? Da hätte eine Hilfskarte und deutliche Symbolik vielleicht für Erleichterung gesorgt. Auch das Timing beim Aktivieren ist knifflig, was zeigt, dass es sich um ein durchaus forderndes Spiel handelt.

Pacifica ist mit der Idee, dass es eine Art Tauziehen gibt, zwar nicht sonderlich originell, was Zwei-Personen-Spiele angeht. Aber diese Idee ist sehr schön umgesetzt. Insbesondere entsteht hier nicht das Gefühl, dass die einzelnen Aktionen ein Null-Summen-Spiel sind: wenn ich da einen Punkt verliere, gewinnt die Gegnerin ihn und woanders umgekehrt. Sondern es gibt mehrere Möglichkeiten, die zwar ähnlich sind, um zum Ziel zu kommen. Die vielen Karten sorgen noch nach mehreren Partien für kleine Überraschungen, zumal es an zwei Schauplätzen auch knapp gefasste Textkarten gibt. Mit gefällt das Spiel mit jeder Partie besser. Klar ist: Das Ganze ist recht glückslastig – was für eine Duell-Spiel gut ist. Trotz unterschiedlichen Talents haben beide Seiten die Chance, zu gewinnen.

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