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Project L

5 von 6 Punktenvon Jan Soukal, Michal Mikeš und Adam Španěl

Boardcubator (Vertrieb: Asmodee, Redaktion: Christian Cox, Steffen Trzensky)

Illustration: Marek Loskot

ca. 38 €

1 bis 4 SpielerInnen (besser: 2 bis 4)

Schwierigkeitsehr einfach (ab ca. 8 Jahre)

Jahrgang 2022

Tetris ist kein unbekanntes Brettspielmotiv. Hier ist es elegant umgesetzt (nur die deutsch-französische Spielerhilfe trübt den Eindruck) und kann auch spielerisch vollauf überzeugen. Drei Aktionen stehen zur Verfügung. Man nimmt das kleinste Teil, wertet es zur nächsten Größe auf, sucht eine Aufgabenkarte aus oder legt ein Puzzleteil auf eine Aufgabenkarte, um ein bestimmtes Muster zu füllen. Die Lernkurve ist schnell. Man muss die Aufgaben möglichst schnell fertig stellen, denn dann gibt es als Belohnung ein weiteres Tetriselement – ohne dafür einen eigenen Aktionspunkt ausgeben zu müssen. Noch wichtiger: die Meisteraktion! Sie heißt schon so, deshalb kann man die Bedeutung schnell erahnen: Man darf gleichzeitig sämtliche Aufgabenkarten befüllen.

Project L ist ein schnelles, ein kurzes Spiel. Zu schnell? Nein. Man muss aber beachten, dass man keine Zeit hat, um Aktionspunkte zu verschenken. Gerade zu Beginn braucht es dazu auch Glück – es müssen gute Aufgabenkarten ausliegen. Und am Ende braucht es gutes Timing. Denn, wie gesagt, es ist schnell vorbei. Die Aufgabenkarten, die fünf Siegpunkte versprechen, sind nur sehr schwer zu erfüllen, bevor eine Mitspielerin die letzte Karte vom Nachziehstapel in die Auslage schiebt. Oft endet das Spielfinale unbefriedigend. Das bedeutet aber keinen Frust – sondern man möchte nochmal spielen, es beim nächsten Mal besser machen. Project L ist ein Spiel, das genau die richtige Balance aus Herausforderung und Zugänglichkeit schafft.

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