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Secret Identity

4 von 6 Verwende deine Symbole, um symbolträchtige Figuren zu beschreiben

von Johan Benvenuto, Alexandre Droit, Kévin Jost und Bertrand Roux

Strohmann Games / Funnyfox

Illustration: Alain Boyer

ca. 30 €

3 bis 8 SpielerInnen

Schwierigkeiteinfach (ab ca. 10 Jahre)

Jahrgang 2023

Wir spielen Prominentenraten mit Piktogrammen. Acht Namen werden vom Kartenstapel gezogen, und jede Karte wird einer Zahl am Spielbrettrand zugeordnet. Die Mitspielenden bekommen eine Ziffer verdeckt zugelost, so dass sie wissen, welche prominente Persönlichkeit sie erklären müssen. Das machen wir mit Hilfe von je zehn Kärtchen, auf denen sich vier Bilder befinden: sehr reduzierte Zeichnungen, die eher einem Piktogramm entsprechen. Wir suchen bis zu drei Bilder aus, die am besten zum eigenen Prominenten passen und ordnen die den grünen Punkten auf dem eigenen Tableau zu. Wir können aber die Piktogramme aber auch zu den roten Punkten legen, wenn sie gar nicht auf den gesuchten Charakter zutreffen.

Wenn das erledigt ist, schauen wir uns die Hinweise der Mitspielenden an und versuchen rauszufinden, welche Promis gemeint sind. Das Segelschiff deutet auf den Piraten Blackbeard hin. Hinter einer Möhre bei Grün und eine Torte bei Rot könnte Heidi Klum stecken. Jede richtig geratene Person sorgt bei beiden beteiligten Spielenden für je einen Siegpunkt.

Kein Zweifel: Secret Identity macht Spaß. Spielmechanisch ist es komplett unoriginell, aber das macht nichts. Schön ist es, Personen mit kleinen Bildchen in Zusammenhang zu bringen und so für Assoziationen zu sorgen. Trotz meines grundsätzlichen Lobes gibt es aber einige Einschränkungen. Es gibt unter den 300 im Spiel befindlichen Prominenten ziemlich viele, die mir komplett unbekannt sind. Insbesondere in US-amerikanischen Filme und Serien kenne ich mich kaum aus. Deshalb muss ich bei Schauspieler- und Rollennamen oft den Kopf schütteln, obwohl es auf diesen Kärtchen mit der Angabe des Filmtitels wenigstens einen Hinweis gibt. Aber weitere Tipps – wie zum Beispiel bei Tabu, wo ich über die Tabuwörter verschüttetes Halbwissen reaktivieren kann – gibt es nicht. Da man laut Spielregel neue Karten nehmen darf, wenn Namen unbekannt sind, werden ziemlich viele Karten erfolglos ausgelegt. Insbesondere bei großen Gruppen – Secret Identity ist mit acht Leuten spielbar – mit heterogenem Vorwissen ist das nervig.

Die Zahlen, mit denen man seine zu beschreibende Person zugewiesen bekommt, befinden sich auf dicken Pappplättchen in Schlüsselform. Diese Schlüssel müssen wir in unseren so genannten Tresor hineinschieben – was solange schön ist, bis irgendjemanden der Schlüssel rausfällt und die Zahl vorzeitig offenbart. Auch das Einstecken der zum Raten verwendeten Schlüssel ist recht unpraktisch. Ich glaube, einfache Spielkarten mit Ziffern wären besser.

Größtes redaktionelles Manko ist die Begrenztheit der Piktogrammkärtchen: Die in den ersten Runden verwendeten Kärtchen sind weg, und man darf auch keine neue ziehen. Insbesondere in der vierten und letzten Runde gibt es folglich oft eine ärgerliche Piktogramm-Knappheit. Das dämpft die Freude über das ansonsten gute Spiel. Ein gutes Spieldesign hätte nicht für einen abfallende Begeisterungskurve, sondern für deren Anstieg gesorgt.

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