games we play

Agent undercover

schön: 5 Punktegames we play Tip: Das TOPspielvon Alexander Ushan

Piatnik / Hobby World

ca. 24 €

3 bis 8 SpielerInnen

Schwierigkeitmittel (ab ca. 12 Jahre)

Empfehlungsliste Spiel des Jahres 2016

25 verdeckte Kartenstapel, jeder steht für einen anderen Ort, befinden sich in der Tischmitte. Ein Stapel wird genommen, gemischt, und jeder Spieler bekommt seine Karte. Genau einer hat nun die Agentenkarte. Und die anderen Mitspieler können auf ihrer Karte lesen, an welchem Ort sie sich befinden. Der Startspieler stellt einem beliebigen Mitspieler eine Frage. „Wäscht du dich nach der Arbeit?“. „Ja, manchmal ist das wirklich nötig“, antwortet er und ist nun an der Reihe, einen weiteren Spieler zu befragen.

Ziel ist es, den Geheimagenten zu enttarnen. Wenn der auf die Frage nach dem Waschen lapidar antwortet: „Mal dusche ich morgens, mal abends“, dann ist er verdächtig. „Stopp, stopp“, ruft dann auch schon der Erste. Er nennt den Namen des möglichen Spions und muss dann alle anderen Spieler auf seine Seite bringen. Bei einer einstimmigen Anklage ist die Runde vorzeitig beendet und der Betroffene muss seine Spielkarte aufdecken. Wenn er enttarnt ist, hat der Agent verloren.

Der Spieler, der den Geheimdienst repräsentiert, hat eine besondere Herausforderung. Er soll auf der einen Seite klug kaschieren, dass er seinen Aufenthaltsort nicht kennt. Auf der anderen Seite sollte er versuchen, genau diesen Ort zu erraten. Wenn der Spion seinen Aufenthaltsort ermittelt hat, kann er die Runde mit der korrekten Antwort für sich entscheiden. Dies sollte er rechtzeitig tun. Denn nach acht Minuten wir abgestimmt. Dann reicht eine einfache Mehrheit, um dem Agenten eine Niederlage zuzufügen.

Insgesamt ist die Spielanleitung und die Punktewertung (die man weglassen kann) eher unbefriedigend, genauso wie man am Material einiges aussetzen kann. Die Spielkarten sind zweisprachig, da steht nicht nur „Werkstatt“ drauf, sondern auch „Mühely“. Das erzeugt zumindest außerhalb von Österreich für ungläubiges Staunen, wenn man die Karten das erste Mal in der Hand hat. Hat der Verlag vergessen, das Spiel thematisch in die Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie zu verlegen?

Der russische Verlag Hobby World, der das Original Spyfall herausgegeben hat, hatte es geschafft, für das Russische und das Englische zwei getrennte Ausgaben zu produzieren. Dabei hätte eine englisch-kyrillische Beschriftung noch ganz gut zur Atmosphäre des Kalten Krieges mit ihren Geheimdiensten gepasst. Eine deutsch-ungarische Gemeinschaftsausgabe ist dagegen eine seltsame Kuriosität.

Doch alle Kritik bezieht sich lediglich auf Äußerlichkeiten. Die Spannung und den überragenden Spielreiz, der sich ab fünf Personen entfaltet, kann das nicht trüben.

Eine ausführliche Besprechung
von Mysterium finden Sie im Magazin spielbox 2/2016
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