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Die verlorenen Ruinen von Arnak

5 von 6

von Michaela „Mín“ Štachová und Michal „Elwen“ Štach

CGE (dt. Ausgabe: Heidelbär Games, Redaktion: Jan Zvoníček, Sabine Machaczek, Vertrieb: Heidelberger Spieleverlag)

Illustration: Ondřej Hrdina u.a.

ca. 60 €

1 bis 4 SpielerInnen (besser: 2 bis 3)

Schwierigkeitmittel (ab ca. 12 Jahre)

nominiert für das Spiel des Jahres 2021

Deutscher Spiele Preis 2021

Arnak hat alles, was ein modernen Vielspielerspiel braucht: Ein bisschen Deckbuilding, ein wenig Ressourcenmanagement, etwas Workerplacement. Und außerdem einen klassischen Wettlauf hin zum Tempel, wo die oft entscheidenden Siegpunkte winken.
Alle diese eher konventionellen Elemente sind eng miteinander verzahnt. Trotz eines angenehmen Glückselementes gibt es viel zu überlegen, die strategische Herausforderung ist groß. Zwar scheint das Spiel mit fünf Runden überschaubar zu ein. Aber eine Runde kann nun mal aus sehr vielen Subrunden bestehen. Man kann nämlich so lange weiterspielen, wie man möchte – bis man passt und die Mitspielenden auch irgendwann gepasst haben. Die erste Runde geht flott, aber die fünfte hat es in sich und kann sich ziehen – abhängig natürlich von der Spielerzahl und dem Grübelbedürfnis der Einzelnen.

Keines der Spieleelemente von Arnak ist wirklich überragend. Bemerkenswert ist hingegen deren Zusammenwirken: Arnak ist perfekt konstruiert. Davor, das Spiel als pures Konstrukt zu betrachten, bewahrt einen die schöne Ausstattung und die passende thematisch Einkleidung. Es geht um das Erobern einer unentdeckten Welt, die glücklicherweise mit Fantasyelementen so aufgeladen wurde, dass ein Abrutschen in Kolonialmythen gerade noch verhindert wird.

Brettspielpodcast | Arnak – Fantasy oder Kolonialismus? »

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