Die neuen Entdecker von Klaus Teuber
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Schwierigkeit Verpackung +- überarbeitete Neuauflage 2001 2. Platz In unentdecktes Gebiete macht sich das Segelschiff der SpielerInnen auf. Unbekannte Inseln gilt es zu entdecken. Je nachdem, wie viel Gold ich investiere, soweit kann ich auf dem Spielbrett in unbekanntes Gebiet vorstoßen. Für jeden Schritt wird ein Kärtchen gezogen, das nun auf das Spielbrett gelegt wird. Ein Stückchen Insel ist damit entdeckt. Wenn die SpielerIn noch etwas Gold besitzt, kann sie nun noch eine Einheit Kundschafter, Fort beziehungsweise Stützpunkt, Siedlung auf die Insel setzen. Nach und nach entsteht auf dem Spielbrett, dem vorher unbekannten Gebiet, eine sehr schön gestaltete Insellandschaft. Immer, wenn eine Insel komplett ist, wird sie abgerechnet. Die SpielerIn, die die mit ihren Einheiten die stärkste Präsenz auf der Insel besitzt, bekommt dann die meisten Punkte. Entdecker ist kein Spiel, das viel Kommunikation zwischen den MitspielerInnen entstehen lässt. Um so bemerkenswerter ist die Tatsache, dass sie kaum eine SpielerIn dem Spaß und der Spannung dieses sehr schön ausgestatteten Spiels entziehen kann. Mit Entdecker hat Klaus Teuber ein Spielelement, das bei der Entwicklung der Siedler von Catan entstanden ist, in ein eigenständiges Spiel umgesetzt. Ursprünglich hatte Klaus Teuber die Idee, dass vor der Besiedlung einer Insel deren Entdeckung stehen müsse. Zur Vereinfachung hat er dann bei den Siedlern von Catan auf diese Spielphase verzichtet. Erst in der Seefahrer-Erweiterung ist dieses Spielelement jetzt in einem der Szenarien enthalten. Somit bieten die Entdecker etwas Siedler-Feeling, gepaart mit der Möglichkeit, dieses Spiel auch hervorragend zu zweit spielen zu können. In fünf Jahren, dann lief der Vertrag aus, hatte sich Entdecker bei Goldsieber zu einem echten Bestseller entwickelt obwohl es 1996 nicht auf die Auswahlliste Spiel des Jahres gesetzt wurde. Die Druckqualität der Inselplättchen-Rückseiten sei, so die fadenscheinige Begründung der damaligen Jury, nicht gut genug. Man habe die Rückseiten unterscheiden können. 2001 ist die Neuausgabe der Entdecker bei Kosmos, an diesen Verlag ist Klaus Teuber mittlerweile exklusiv gebunden, erschienen. Das Spiel heißt nun Die neuen Entdecker und ist erheblich überarbeitet worden. Es bietet verschiedene Startszenarien, eine längere Spieldauer und hat, insbesondere durch eine neue Aufgabe für die Kundschafter, an taktischem Tiefgang gewonnen, während der Glückfaktor in den Hintergrund getreten ist. Die Kundschafter machen sich nun, nachdem eine Insel abgerechnet wurde, auf den Weg in den Urwald. Dort gibt es in den Häuptlingshütten exotische Pflanzen, die unterschiedlich viele Siegpunkte bringen, zu entdecken. Wer diese Punkte durch Kundschaftermehrheiten vor den Hütten für sich sichern kann, eröffnet sich Siegchancen durch eine alternative Strategie. 90 Minuten kann nun eine Partie dauern, bei den alten Entdeckern reichten noch 45 Minuten. Trotzdem hat man bei der Neuausgabe an keiner Stelle den Eindruck, dass damit der Spielspaß weniger intensiv wäre. Die Austattung des Spiels ist vorbildlich und die Schachtel ist randvoll. Mit einem neu entwickelten Spieleanleitungskonzept (das etwas albern Prof. Easy heißt) gibt es nun die Möglichkeit, mit einer einführenden Probepartie ohne vorheriges Regellesen ins Spiel einzusteigen. Auf die Materialqualität hat Kosmos bei den neuen Entdeckern ganz besonders geachtet. Die Chips mit den exotischen Pflanzen haben beispielsweise keine Rückseite, an denen sie theoretisch erkannt werden könnten. Diese Chips werden in den Häuptlingshütten, die aus zwei Pappelementen gebaut werden, hundertprozentig sicher versteckt. Geholfen hat dies bei der Spiel des Jahres-Jury nicht. Auch im Jahr 2001 wurden die Entdecker geflissentlich übersehen. Inzwischen ist die Produktion der neuen Entdecker wieder ausgelaufen. Stattdessen wird die Entdecker-Idee von einer Trilogie dreier Spiele aufgegriffen, die von 2007 bis 09 bei Kosmos erscheinen: Im Reich der Jadegöttin, Im Reich der Wüstensöhne und Im Reich der Dämonen.
© games we play – niederrhein magazin 1996-2008 – Autor: Harald Schrapers
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