games we play

Giganten

von Wilko Manz

Kosmos (Redaktion: TM)

ca. 24-30 Euro

– nicht mehr lieferbar –

bis 4 SpielerInnen

Schwierigkeit mittel (ab ca. 12 Jahre)schön: 5 Punkte

Verpackung -

Nominiert für das Spiel des Jahres 1999

6. Platz Deutscher Spiele Preis 1999

Ein James Dean-Film schafft die Atmosphäre eines sehr abwechslungsreichen Brettspiels. Irgendwann im texanischen Ölrausch der 20er Jahre sind die SpielerInnen mit ihrem kleinen LKW unterwegs, um auf dem großen Ölfeld nach Quellen zu suchen. An einigen Stellen darf die SpielerIn unter ein Plättchen gucken, um die zu erwartende Ölmenge zu erfahren, an anderen Stellen ist das Ölbohren ein Glücksspiel. Wer sich entschieden hat, errichtet neben seinen LKW einen Bohrturm und bezahlt für diese Investition eine beachtliche Menge Geld. Unter den Plastikbohrturm werden nun - entsprechend der gefundenen Ölmenge - lakritzfarbene Ölplättchen gesteckt.

In jeder Runde wird an den Bohrtürmen - bis die jeweilige Quelle erschöpft ist - ein Ölplättchen gefördert. Manchmal versickert dieses Öl einfach in der Erde, was eine riesige Umweltsauerei ist. Und: die SpielerIn kann dieses Öl natürlich nicht verkaufen. Deshalb muss - gleichzeitig mit dem Bau der Bohrtürme - auch die Eisenbahn so ausgebaut werden, dass das Öl abtransportiert werden kann. Dazu hat jede SpielerIn am Rande des Spielbretts eine Schienestrecke, auf der sie ihre Lok soweit nach vorn setzten kann, wie es ihre Bewegungspunkte - die auch für die LKW verwendet werden - erlauben.

Danach geht es darum, das in den drei verschiedenen Tanklagern liegende Öl zu verkaufen. Allerdings darf in einem Tanklager immer nur eine SpielerIn pro Runde verkaufen. Dieses Recht ersteigern die SpielerInnen mit Verkaufslizenzen, die sie als Spielkarten auf der Hand halten. Besonders viel wird dabei bei den Raffinerien geboten, die gerade einen besonders guten Kurs für das Öl bieten. Denn dieser Ankaufspreis kann in der nächsten Runde schon wieder beträchlich sinken.

Giganten ist eine ausgezeichnete und außergewöhnlich abwechslungsreiche Erstveröffentlichung von Wilko Manz. Taktik auf dem Spielbrett ist spannend mit den lebendigen Versteigerungen verknüpft. Nur zwei Dinge sind an dem ansonsten rund funktionierenden Spiel zu bemängeln. Zum einen gibt es sehr destruktive Kärtchen, mit denen auf einen Schlag alle gegnerische Lokomotiven um mehrere Felder zurückgesetzt werden können, was recht unausgewogen erscheint. Zum anderen dauert das Spiel zu lange, nämlich bis zu zwei Stunden. Trotzdem - und auch wenn das historische Wirtschaftsthema sicherlich nicht allen gefällt: Giganten ist eines der besten Spiele des Jahres 1999.

© games we play – niederrhein magazin 1999-2005 – Autor: Harald Schrapers


Stand: 19.5.05