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Via Magica

5 von 6 Punktengames we play Tip: Das TOPspielvon Paolo Mori

Hurrican (Vertrieb: Asmodee)

Illustration: Biboun u.a.

ca. 25 €

2 bis 6 SpielerInnen

Schwierigkeit sehr einfach (ab ca. 8 Jahre)

überarbeitete Neuausgabe 2021

» ORIGINALAUSGABE AUGUSTUS

nominiert für das Spiel des Jahres 2013 (als Augustus)

10. Platz Deutscher Spiele Preis 2013 (als Augustus)

Legionäre kämpfen in dem 2013 mit einer Spiel-des-Jahres-Nominierung ausgezeichneten Augustus um die besten Positionen im großen römischen Reich. Aus einem Stoffbeutel wird ein „Mobilisierungsmarker“ gezogen. Ein Spieler ruft den gefundenen Marker aus – beispielsweise „Schild“ – und alle dürfen einen Legionär auf das Schild-Symbol einer ihrer drei Regionen- oder Personenkärtchen setzen. Dabei ist die Ähnlichkeit zu Bingo unverkennbar. Denn jede Karte bietet Platz für zwei bis sieben Legionäre. Sobald die Region oder Person voll besetzt ist, ist sie in der Wertung.

Es ist ähnlich wie Bingo, gleichzeitig aber auch anders. Augustus ist mit dem Zahlenankreuzen in Seniorentreffs nur sehr bedingt vergleichbar. Sondern es paart die Vorteile des überaus flotten Bingo-Prinzips mit einer taktischen Herausforderung. Denn die mit Legionären aufzufüllenden Karten verlangen unterschiedliche Mobilisierungskombinationen. Außerdem ist zu beachten, dass Schwerter und Schilde wesentlich häufiger im Beutel vorhanden sind als Standarten und Dolche.

Wichtig sind die Effekte, die nach dem Erfüllen einer Karte eintreten. Alle Karten spenden Siegpunkte, manche einen hilfreichen Soforteffekt, andere sorgen für dauerhafte Unterstützung. Alles das macht aus Augustus zwar kein Strategiespiel, aber taktisch spannend ist das durchaus. Der Zufallseffekt ist erheblich, passt sich aber hervorragend in ein Spiel ein, das viele Spieler begeistern kann.

Leider kann die etwas ungelenk geschriebene Spielanleitung nicht ganz mit den gut durchdachten und trefflich ineinander greifenden Regel mithalten. Beim Lesen der Anleitung sollte nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden, sondern man sollte lieber der Logik folgen.

Wer beim Bingo-Prinzip an „nebeneinanderher Spielen“ denkt wird eines besseren belehrt. Augustus ist ein lebhaftes Gegeneinander. Wenn man etwas bemängeln möchte, sind es die Pausen, die beim Auswerten der vollständig belegten Spielkarten entstehen. Gerade in großer Runde kann dies und das anschließende Auswählen einer neuen Region oder Person manchmal ein wenig dauern. Aber je besser man die Karten kennt, desto verzögerungsfreier läuft dieses schweizerische Spiel.

Die Kritik an Augustus – unübersichtliche Spielanleitung, zu große Schachtel, verwirrende Grafik – hat sich die Neuausgabe zu Herzen genommen. In Via Magica agieren keine Senatoren, sondern Zauberlehrlinge. Die thematische Änderung geht mit einer Glättung der Spielregeln einher, die jetzt unter anderem etwas weniger konfrontativ angelegt sind. Die redaktionelle Überarbeitung tut dem Spiel gut, so dass auch Via Magica eine eindeutige Empfehlung ist.

© · games we play 2013–20



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