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Puerto Rico

5 von 6 Punktengames we play Tip: Das TOPspielvon Andreas Seyfarth

Alea (Redaktion: Stefan Brück, Vertrieb: Ravensburger)

Illustration: Vincent Dutrait, Johnny Morrow

ca. 42 €

2 bis 5 SpielerInnen (besser: 2 bis 4)

Schwierigkeit mittel (ab ca. 12 Jahre)

überarbeitete Neuausgabe 2021

» NEUAUSGABE 2014

» ORIGINALAUSGABE 2002

nominiert für das Spiel des Jahres 2002

Deutscher Spiele Preis 2002

Ein Spieler übernimmt die Rolle des Siedlers. Nun dürfen sich alle reihum eine Plantage aussuchen, mit der sie die Besiedlung ihrer Insel beginnen. Mais-, Indigo-, Zucker-, Tabak- oder Kaffeeplantagen: das ist der einzige Glücksfaktor im Spiel, denn es wird nur eine begrenzte Anzahl an Plantagen zufällig aufgedeckt, unter denen die Spieler wählen können. Ansonsten ist Puerto Rico ein hundertprozentiges Strategiespiel, mit einem anspruchsvollen und brillanten Ablauf.

Der nächste Spieler könnte die Rolle des „Baumeisters“ auswählen. Auch hier ist es so, dass alle nacheinander diese Rolle ausführen. Wer den „Baumeister“ ausgewählt hat, besitzt jedoch ein Privileg. Er bekommt Rabatt, wenn sie ihr gebautes Gebäude bezahlt.

Es gibt eine große Anzahl an Bauwerken verschiedener Größe und unterschiedlicher Kosten zur Auswahl. Da ich mir am Anfang eine Indigo-Plantage auf meine Insel gelegt habe, werde ich mir nun eine Indigoküperei zur Weiterverarbeitung des Rohstoffes in meine Stadt bauen.

Anschließend bin ich an der Reihe und wähle den „Bürgermeister“. Jeder Spieler erhält einen Kolonisten-Chip und ich selber – als Privileg – noch einen zweiten. Diese beiden Kolonisten lege ich auf meine Plantage und meine Küperei um sie damit zu „aktivieren“.

Was das bedeutet, merkt man, wenn die Rolle des „Aufsehers“ zum Zuge kommt. Dann wird produziert. Für eine Mais-Plantage mit Kolonisten bekommt man einen Mais-Spielstein ohne weiteren Aufwand. Bei allen anderen Plantagen braucht man zusätzlich auch die entsprechende aktivierte Weiterverarbeitung, beispielsweise besagte Küperei, eine Zuckermühle oder Kaffeerösterei. So bringt mir meine Indigo-Produktionskette einen Indigo-Warenstein ein.

Um aus meinem Indigo einen Siegpunkt zu machen, braucht es noch einen weiteren Schritt. Ein Spielermuss die Rolle des „Kapitäns“ übernehmen. Dann werden die Waren an die im Hafen liegenden Schiffe geliefert und bringen die ersehnten Punkte ein. Doch die Lieferung funktioniert leider oft nicht so reibungslos wie gewünscht. Denn jedes der drei Schiffe nimmt nur jeweils eine Warensorte auf. Und jedes Schiff transportiert eine andere Warensorte. Somit ist klar, dass zwei der fünf im Spiel befindlichen Warensorten nicht verschifft werden können. Zudem ist der Laderaum der Schiffe begrenzt. Es bleiben also Waren nutzlos im Hafen liefen. Da jeder Spieler maximal einen Warenstein lagern kann, muss er den gesamten Rest seiner mühsam produzierten Waren ins Hafenbecken kippen.

Es sei denn, sie hat in der „Baumeister“-Phase vorgebaut. Denn dort gibt es eine Reihe von Gebäuden, die in unterschiedlichen Spielabschnitten für Hilfe sorgen. Wer ein Lagerhaus errichtet hat, kann dort eine zusätzliche Warensorte in unbegrenzter Menge aufbewahren.

Außerdem gibt es noch die Rollen „Händler“ und „Goldsucher“, die beide für frisches Geld sorgen. Wenn alle Spieler jeweils einmal eine Rolle ausgesucht haben, endet eine Spielrunde. Auf die nicht ausgewählen Rollen wir je eine Spielmünze gelegt, so dass es in der zweiten Runde lukrativer ist, diese Rollen auszuwählen.

Puerto Rico ist ein Spiel mit einer riesigen Fülle an unterschiedlichen Aktionsmöglichkeiten und dazu gehörigen Spielstrategien. Es ist ein komplexes Spiel, aber kein kompliziertes Spiel. Denn der Spielablauf ist perfekt durchdacht und absolut logisch und wird durch die vorbildliche Spielanleitung unterstützt.

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