games we play

Tayü

nett: 4 Punktevon Niek Neuwahl

Goliath

ca. 40 €

2 SpielerInnen oder Teams
(Variante: 3 SpielerInnen)

Schwierigkeitsehr einfach (ab ca. 8 Jahre)

Neuauflage 2008/2013
(Originaltitel: Ta Yü)

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Spiel des Jahres 1999

Ta Yü, 1999 bei Kosmos erschienen, soll im Aussehen an das uralte chinesische Spiel Mah-Jongg erinnern. Die Spielsteine haben eine gewisse Ähnlichkeit - wenn sie auch nicht aus Speckstein, sondern aus Kunststoff sind – und zu Beginn werden sie zunächst kunstvoll gestapelt. Wer von solchen mythischen Spieltraditionen nichts hält, lässt das Stapeln bleiben und zieht einfach ein Spielstein aus dem Stoffsack.

Immer abwechselnd ist ein Stein auf das Spielbrett zu legen. Ziel ist es, China – sorry: das Spielbrett – zu entwässern. Denn auf den Steinen ist der Verlauf von Kanälen eingezeichnet. Und die vier Spielfeldränder sind die Küsten. Die eine SpielerIn hat die Nord- mit der Südküste zu verbinden, die andere SpielerIn die Ost- mit der Westküste.

Der Spielverlauf erinnert sehr an den Denkspielklassiker Twixt. Hier wie dort gilt es, Verbindungen zwischen zwei Seiten herzustellen, während sich in der Mitte die SpielerInnen in die Quere kommen. Allerdings ist bei Ta Yü alles viel einfacher. Denn jeder Spielstein besitzt immer auch eine Kanalabzweigung, wodurch viele Wegalternativen entstehen. Dadurch, dass die unterschiedlichen Steine verdeckt gezogen werden ist der Glücksfaktor hoch. Und es entscheidet nicht die eine Verbindung zwischen den Küsten. Sondern die Mündungen auf der einen Seite werden mit denen auf der anderen Seite multipliziert.

Zu viert kann man Ta Yü spielen, in dem man sich in zwei Teams aufteilt. Und zu dritt gibt es die Möglichkeit, dass einer den Saboteur spielt.

Wer ein abstraktes Spiel mit einem ausgewogenen Verhältnis von Taktik und Zufall sucht wird an Ta Yü seine Freude haben. Zuletzt ist es als Tayü beim niederländischen Goliath-Verlag erschienen.

© games we play - niederrhein magazin 1999–2013 - Autor: Harald Schrapers