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Treasure Island

4 von 6 Punkten von Marc Paquien

Pegasus Spiele (Redaktion: Sebastian Hein, Lizenz: Matagot)

Illustration: Vinzent Dutrait

ca. 50 €

2 bis 5 SpielerInnen (am besten: 3 bis 4)

Schwierigkeit einfach (ab ca. 10 Jahre)

Jahrgang 2019

Long John Silver hat auf der Insel, die auf einem großen Spielplan abgebildet ist, einen Schatz versteckt. Der Ort, wo dieser vergraben ist, ist geheim. Long John, den einer der Spieler verkörpert, hat ihn auf seinem kleinen Inselplan eingezeichnet, der hinter einem Sichtschirm verborgen bleibt.

Alle anderen Mitspieler begeben sich jetzt auf die Suche. Dazu verwenden sie runde und gerade Lineale, Schablonen sowie einen großen Zirkel, und wir malen mit abwischbaren Stiften auf dem Spielbrett. Eine Aktion bedeutet, dass ich mit meiner Spielfigur sechs Meilen laufen kann oder einen großen Suchkreis um meine Figur ziehe. Dazu nehme ich entweder das Lineal und mache einen geraden Strich oder ich verwende die Kreisschablone.

Ist im Suchkreis der Schatz? Jetzt ist bei dem Long-John-Spieler etwas Schauspielkunst verlangt. Da Treasure Island keine Schirmmütze – wie bei Scotland Yard – beinhaltet, sollte er auch bei völlig abseitigen Orten ganz genau und theatralisch das Suchgebiet überprüfen.

Der Vergleich mit Scotland Yard ist gar nicht abwegig. Ein Spieler versteckt etwas – in diesem Fall nicht sich selbst, sondern gräbt an einem fixen Punkt etwas ein – und die anderen jagen das. Der größte Unterschied besteht darin, dass die Suchenden sich nicht kooperativ absprechen. Sondern sie gönnen niemandem etwas, sondern wollen mit dem Schatz selbst durchbrennen.

In Treasure Island steckt ein Konzept, das die ausgetretenen Pfade verlässt und erfrischende Ideen bietet. Wenn der Ablauf fluffig, schnell und unkomplizierter wäre, würde ich es sicherlich empfehlen wollen. Oft dauert das Spiel aber eher zu lange – gerade zu fünft – und benötigt zudem Zeit für das Malen auf dem Plan. Was die Spielerinnen und Spieler bei der Stange hält, in zunächst mal die Neugier auf das Ungewöhnliche, das in dem Spiel steckt. Doch das Ungewöhnliche verpufft schon bald, und dann wird unübersehbar, das Treasure Island auch Schwächen hat.

Eine ausführliche Besprechung von Treasure Island finden Sie im Magazin spielbox 3/2019.


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