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7 Wonders
Architects

4 von 6 Punktenvon Antoine Bauza

Repos Production (Vertrieb: Asmodee)

Illustration: Etienne Hebinger

ca. 45 €

2 bis 7 SpielerInnen (besser: 3 bis 6)

Schwierigkeit sehr einfach (ab ca. 8 Jahre)

Jahrgang 2022

7 Wonders gehört zweifellos zu den besten Spielen überhaupt, und auch die Duel-Variante konnte überzeugen. Mit Architects liegt jetzt ein neues Spiel vor, das man vielleicht auch als 7 Wonders Light bezeichnen könnte. Innerhalb von 25 Minuten ziehen wir reihum immer eine Karte – entweder vom offenen Stapel, der links von mir liegt, oder vom offenen Stapel rechts von mir. Diese beiden Decks teile ich mir mit der jeweiligen Nachbarin. Alternativ kann ich auch auf gut Glück vom verdeckten Kartendeck in der Tischmitte ziehen.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Ressourcenkarten, mit denen ich mein aus schönen großen Plättchen gestaltetes Weltwunder erstellen möchte. Maximal sieben Leute können mitmachen, und alle haben je fünf Bauteile vor sich liegen, die sich noch im Rohbauzustand befinden. Sobald ich die geforderte Zahl an gleichen oder ungleichen Ressourcenkarten habe, gebe ich diese ab und drehe das Bauteil auf die fertige Seite und bekomme dadurch Punkte. Wer seinen Koloss, den hängenden Garten oder die Pyramide vollendet hat, beendet das Spiel und hat oft – aber nicht immer – die meisten Siegpunkte.

Es gibt nämlich auch noch Punkte durch Militärkarten – bei den Zwischenwertungen vergleiche ich meine Kampfkraft mit den beiden Nachbarinnen – und einige Fortschrittsmarker, die man für jeweils zwei gleiche Wissenschaftskarten bekommt. Es gibt 14 verschiedene Fortschrittsmarker mit ihren jeweils eigenen Regeln – welche man davon sinnvollerweise aus der Auslage wählen sollte, ist nicht so einfach einzuschätzen. Spätestens hier zeigt sich, dass Architects nicht die Kinderspielvariante von 7 Wonders ist.

Grundsätzlich geht das Spiel schnell von der Hand und man freut sich über gut passende Karten und das Erreichte. Aber es gibt auch Durststrecken. Wenn der Kartenstapel rechts und links von mir nur Uninteressantes anbietet, bleibt mir nur noch das blinde Ziehen vom gemeinsamen Stapel in der Tischmitte. Das kann sich sogar über mehre Runden ziehen, wenn meine Nachbarinnen die zwischen uns liegenden Karten für genauso uninteressant halten. Wer spielerfahren ist, sitzt solche Phasen trotz ihrer gewissen Langeweile mit stoischer Ruhe aus. Unterfahrene Mitspieler werden hingegen unruhig, ziehen beim bislang blockierten Stapel nach und eröffnen damit der Nachbarin die Chance, eine bessere Karte zu erhalten. Die Hoffnung, selbst zu profitieren, erfüllt sich nur selten. Deshalb ist Architects eher eine Empfehlung für die etwas erfahrenere Runde, die sich ein schnelles „Zwischendurchspiel“ wünscht und sich auch nicht an der Ausstattung des Spiels stört. Das Material für die sieben Weltwunder und das dazu passende Kartendeck befindet sich in jeweils einzelnen Plastikboxen – inklusive eines besonders überflüssigen Kartenstapelhalters aus Kunststoff. Ressourcenschonend ist das nicht.

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