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Voll auf die 18

4 von 6Das komische, kooperative, kaotische Känguru Kartenspiel

von Marc-Uwe Kling

Edition Spielwiese / Pegasus Spiele (Redaktion: Kaddy Arendt, Daniel Kräger, Boris Löbsack, Michael Schmitt)

ca. 15 €

2 bis 5 SpielerInnen (besser: 3 bis 4)

Schwierigkeiteinfach (ab ca. 10 Jahre)

Jahrgang 2023

Brettspielpodcast | Nazis mit Argumenten bekämpfen »

Marc Uwe King ist Kleinkünstler, Autor der Känguru-Storys, bei seinem letzten Film hat er sogar Regie geführt und er macht Spiele: Spätestens mit Abrakadabrien hat er bewiesen, dass er ein ernstzunehmender Spieleautor ist. Auch Voll auf die 18 ist spielerisch ambitioniert. – und zudem ein besonderes Projekt: Die daran Beteiligten verzichten auf ihre Honorare und diese Einnahmen fließt an die Amadeu Antonio Stiftung sowie zwei andere antirassistische Initiativen.

Eine App bestimmt, in welchem Rhythmus Nazis von Nachziehstapel – beziehungsweise Nazi-Stapel – genommen werden. Jetzt geht es darum, unter Zeitdruck gemeinsam genau den Wert dieser Nazikarten treffen, um sie aus dem Spiel zu nehmen. Dazu gibt es für jede Spielerin individuelle Ausspielregeln. Zum Beispiel: Nur Karten mit unterschiedlichen Farben oder mit gleichen Zahlen. Dann addieren wir den Wert unserer Karten mit denen, die die Mitspielenden anbieten. Es müssen insgesamt mindestens zwei Karten sein.

Den Spielfluss stört, dass viel gerechnet werden muss. Bei einem Nazi mit dem Wert 6 ist das einfach, bei der Nazikarte mit dem Wert 23 ist schon etwas mehr Kopfrechnen angesagt.

18 Kapitel gibt es, wodurch im Spiel ein Legacy-Gefühl entsteht. Voll auf die 18 ist sehr liebevoll ausgestattet, sprüht vor Einfällen. Aber es ist kein Spiel, in dem man mal etwas besonders Lustiges auskosten könnte, sondern die andauernde Hektik ist beherrschend und manchnal nervig.

Der thematische Anspruch des Spiels ist beachtlich, der spielerische Kern ist hingegen so abstrakt, wie er abstrakter nicht sein kann: Es werden Zahlenkarten ausgespielt, um Zahlen zu treffen.

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