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Deutscher Spiele PreisModern Art

von Reiner Knizia

Oink Games (Redaktion: Jun Sasaki, Vertrieb: Spiel direkt)

Illustration: Wataru Hikichi u.a.

schön: 5 Punkteca. 25 €

3 bis 5 SpielerInnen

Schwierigkeiteinfach (ab ca. 10 Jahre)

Überarbeitete Neuauflage 2018

» ÜBERARBEITE NEUAUFLAGE PEGASUS 2010

» ORIGINALAUSGABE HANS IM GLÜCK 1993

Deutscher Spiele Preis 1993

Auswahlliste Spiel des Jahres 1993

Mit Tutanchamun und Modern Art wurde der promovierte Mathematiker Reiner Knizia 1993 gleich zweimal für das Spiel des Jahres nominiert. Höchste Lorbeeren erhielt er jedoch bei der Verleihung des Deutschen Spiele Preises auf der Spiel '93 in der Essener Messe: Platz eins für Modern Art, Platz zwei für Tutanchamun.

Reiner Knizia hat mit diesem Titel ein Kartenspiel entworfen, das damals im Brettspielformat erschienen war. Modern Art gilt als Meilenstein in der Entwicklung der Versteigerungsspiele. 70 Karten mit 70 verschiedenen Kunstwerken sind im Spiel. Die sind natürlich Geschmackssache. In der Modernen Kunst weiß vorher niemand, ob sich die Werke der fünf Nachwuchstalente als Kitsch oder als wertvoll herausstellen.

Jede SpielerIn erhält ein Startkapital und einige Kunstwerke auf die Hand. Ziel des Spiels ist es, das Kapital zu mehren. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder ich versteigere meine Karten für viel Geld an die anderen, oder ich kaufe die richtigen KünstlerInnen. Ersteigerte Karten muß ich sofort auslegen. Für die kriege ich am Ende einer Auktion (jedes Spiel dauert vier Auktionen lang) Geld – aber nur für die bestverkauften KünstlerInnen. Sonst war das, war ich ersteigert habe, eben nur Kitsch.

Beeindruckend sind die verschiedenen Versteigerungsarten, die Reiner Knizia in dieses Spiel integriert hat. Mal darf „kreuz und quer“ durcheinander geboten werden, mal darf reihum je ein Gebot genannt werden, mal wir die Kaufsumme in die Faust genommen (und das Geld gleichzeitig gezeigt), mal ruft der Versteigerer einen Festpreis auf und mal wird ein zweites Werk der gleichen Künstlerin im Paket mitverkauft.

Die Erstauflage des Spiels war im Herbst 1992 bei Hans im Glück erschienen. Jetzt ist bei Oink Games eine Neuauflage herausgekommen. Auch wenn Oink-Verleger Jun Sasaki Modern Art eine doppelt so große Schachtel spendiert hat, als dies bei dem japanischen Verlag üblich ist: Der Klassiker ist damit auf ein beindruckend winziges Format geschrumpft (» Bericht).

© · games we play – niederrhein magazin 1993–2018


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